Reportings, Google Analytics & SEO Keywords

AskAndre-Folge vom 1. April 2024, nur als Audio erschienen

Nur Audio

Ein manuell gepflegtes Reporting in Google Sheets lässt sich mit Google Looker Studio und Konnektoren in visuelle Dashboards überführen, während das Feintuning einzelner Kanäle in den Tools der Plattformen selbst bleibt. Fehlende Seitenaufrufe in Google Analytics deuten vermutlich auf einen Implementierungsfehler hin; Ad-Server, Logfiles und ein Rohdaten-Export nach BigQuery liefern Ersatzdaten. Für den Online-Shop eines Feinkostgeschäfts liegt die SEO-Stärke nicht auf der Startseite, sondern auf Kategorieseiten mit eigenem Verkaufsberater-Content und ergänzenden Blogbeiträgen.

Es folgt das Transkript meiner Antworten aus der Folge. Der Text ist wörtlich, nur Füllwörter und Versprecher wurden entfernt. Die Ausgangslage zu jeder Frage ist vorab kurz zusammengefasst.

Wie baue ich als Marketingleiter eines kleineren E-Commerce-Unternehmens visuelle Reports statt manueller Google Sheets auf?

Ein kleineres E-Commerce-Unternehmen mit einem fünfköpfigen Marketingteam pflegt sein Reporting manuell in Google Sheets. Geschäftsführung und Team wünschen sich visuellere, einfachere Auswertungen, etwa zu Follower-Wachstum, Interaktionsrate und Reichweite von Posts und Reels. Gesucht sind passende Tools wie Google Looker Studio oder fertige Dashboard-Vorlagen.

Danke für deine Frage. In jedem Fall spannend und hochrelevant. Darüber denkt eigentlich jeder nach und das braucht man eigentlich. Ich würde es mal zweiteilen. Es gibt einen Teil, da habe ich eine andere Denkrichtung als du, und einen, bei dem ich dir sehr folgen würde. Ich glaube, die Leute, die sich mit den Social-Media-Aktivitäten eures Unternehmens beschäftigen, die quasi eben gucken wollen und sollen, welcher Content wie gut mit der Community funktioniert, welcher vielleicht geboostet werden soll, dadurch, dass man den extra sozusagen nochmal ein bisschen Paid dahinterlegt oder sowas, ich glaube, die Social-Media-Kollegen, die sollten schon in den Tools schauen und in den Tools analysieren, die von der jeweiligen Plattform selbst zur Verfügung gestellt werden. Ich glaube, das ist schon richtig, weil man jetzt cross-plattform nicht so viel lernt, sondern ich glaube, dass das Lernen schon innerhalb der einzelnen Plattform das Richtige ist. Und dann geht es mehr darum, dass sich die handelnden Personen auf den verschiedenen Plattformen austauschen müssten: Mensch, was funktioniert bei dir und was bei mir?

Nichtsdestotrotz, ich folge deinem Gedanken, dass es hilfreich ist, ein zentrales Helikopterperspektive-Reporting zu haben auf die eigenen Marketingaktivitäten. Das macht total Sinn. Und dort eben so ein bisschen das, was in den verschiedenen Kanälen an Reichweiten aufgebaut wird, zusammenzutragen. Und was eben immer die Herausforderung ist, ist, dass man eben diese verschiedenen Arten von Medien irgendwie miteinander nebeneinanderlegt. Man hat ja drei Arten von Medien. Man sagt ja immer Paid Media, Owned Media oder Earned Media, um das Ganze in besseres Deutsch zu fassen. Paid Media heißt eben das, wo ich mir bezahlte Reichweite einkaufe, wenn ich Google Ads schalte oder wenn ich Ads auf Instagram schalte. Earned Media ist im Prinzip die organische Reichweite, was weiß ich, meines TikTok-Accounts, meines Facebook-Accounts, was auch immer. Und Owned Media ist das, was ich auf der eigenen Webseite so an Reichweite kriege.

Das ist ja alles hochrelevant und die Herausforderung ist da so ein bisschen, Kennzahlen zu finden oder sich auf Kennzahlen zu einigen, die eben über alle drei Arten Reichweitenaufbau drüber funktionieren. Am Ende des Tages ist es ganz oft dann eben irgendwie eine Menge Kontakte, also eine Menge Sichtungen der eigenen Marke oder Menge Kontakte oder vielleicht eben auch Klicks oder Interaktionen irgendeiner Art, und Klicks sind dann eben eine von den Interaktionen. So, und ich glaube, das händisch einmal im Monat zu machen, ist erstmal ein guter und solider Anfang. Es gibt für Google Analytics aber auch so Libraries, da gibt es manchmal die Möglichkeit, einzelne Daten dort über so Konnektoren anzudocken. Das wäre in jedem Fall eine Sache, die würde ich dir empfehlen, die mal anzuschauen.

Looker Studio und Konnektoren

Und ansonsten ist dein Instinkt, das Thema Google Looker Studio anzuschauen, in jedem Fall genau der richtige Weg. Letztendlich in einem ausgewachseneren Setup als das, was du jetzt beschreibst, also dort, wo das Team größer wäre und dann wahrscheinlich eben auch die Ausgaben und die Professionalität und die Vielfalt der Kanäle, dort würde man dann anfangen, darüber nachzudenken, ein marketingorientiertes Data Warehouse zu betreiben, in dem dann eben alle Daten hoffentlich automatisiert zusammengetragen werden und von dort aus eben auch leicht auswertbar gemacht werden können.

Und das Google Looker Studio, das ist auf jeden Fall ein super Tool, um das zu machen. Es gibt auch kleine Agenturen, die helfen dir dabei, so ein Google Looker Studio aufzusetzen, also so ein gutes Reporting in Google Looker Studio aufzusetzen. Und das ist auf jeden Fall so, dass man das auch leicht in Präsentationsformat kriegt, dass da eben statt Zahlenkolonnen dort eben Graphen zu sehen sind, die eben für jeden schnell ersichtlich zeigen, wo es langgeht. Und auch die operativen Leute können dann eben schauen: Mensch, wie ist denn meine Trendkurve? Wie ist denn die Trendkurve von anderen Kanälen? Was kann ich da sehen? Wo under- oder overperforme ich? Was kann man da machen?

Die Herausforderung bei diesem Google Looker Studio ist eben sozusagen, die anderen Datenquellen zu verbinden mit dem Google Looker Studio. Da gibt es eine ganze Menge Konnektoren, die schon existieren. Da muss man sich zurechtgoogeln. Ein Konnektor ist: Du hast im Prinzip immer etwas, was eine Datenquelle an eben dein Google Looker Studio andockt, damit die Daten dort automatisiert reinlaufen. Manchmal gibt es auch so Tools, die sind spezialisiert darauf, sich selber Konnektoren zu basteln, wenn du zum Beispiel eigene Daten aus deinem Backoffice oder so auf deiner Website dort mit reinhaben willst, wo du sagst, keine Ahnung, die Facebook-Besucher, wie haben die sich auf, keine Ahnung, den Produktdetailseiten verhalten oder sowas. Da gibt es so Tools, die nennen sich zum Beispiel Zapier, Z-A-P-I-E-R geschrieben, und die helfen dir eben sozusagen, so Custom-Konnektoren zu basteln.

Marketing Data Warehouses für größere Setups

So, und wenn man dann eins weitergehen will, wenn man sagt, okay, das Google Looker Studio, das reicht eigentlich nicht: Es gibt aktuell zwei Spieler, die bei diesen marketingorientierten Data Warehouses eigentlich so recht breit im Markt werben und dort immer wieder zu finden sind. Die würde man sich auf jeden Fall auch nochmal anschauen, denke ich, wenn du sagst, bei euch ist das schon groß und wird noch größer. Der eine Spieler nennt sich supermetrics.com und der andere heißt funnel.io. Funnel wird geschrieben F-U-N-N-E-L.io. Das sind so ein bisschen Spieler, die eben, sage ich mal, spezifiziert auf Marketing anbieten, solche Data Warehouses zu bauen. Die haben eben für ganz, ganz viele Quellen von Marketingdaten eben schon diese relativ schlanken Anbindungsmöglichkeiten, sprich Konnektoren. Das ist sozusagen die Kerndienstleistung dieser Anbieter. Die werden wahrscheinlich aber preislich ein bisschen über dem Google Looker Studio drüber sein.

So, nur damit wir das Thema einmal ganzheitlich abdecken und abarbeiten: Wenn man noch eine Ebene höher will und noch ein größeres Unternehmen ist, dann baut man sich wahrscheinlich ein eigenes Marketing Data Warehouse in der Cloud. Da gibt es Angebote von allen großen Cloud-Anbietern eben genau dafür, um Architekturen bereitzustellen, die eben in der Google Cloud oder sonst wo eben so ein Data Warehouse nur fürs Marketing aufbauen. Wenn du da eine Empfehlung brauchst, wer dir da helfen kann, ping mich gerne über LinkedIn an.

Also insofern, ich glaube, mit dem Google Looker Studio bist du auf einem guten Weg. Wenn du dich da selbst nicht zurechtklickst, ping mich an. Ich empfehle dir jemanden, der so ein Google Looker Studio Ding baut für euch. Das ist ja nur ein einmaliges Projekt, quasi einmal alle Datenquellen andocken, dann das Ding in Betrieb nehmen, dann vielleicht nochmal nachtunen und dann läuft das Ding und dann hat man immer etwas, worüber man reden kann. Dass es für die Vogelperspektive gut ist und damit sich die operativen Kollegen miteinander vergleichen können, dafür ist das super. Und zum Tuning innerhalb der Kanäle ist immer noch sozusagen das, was die Plattformen anbieten, das Beste. Ich hoffe, das hilft dir weiter und euch gelingt das sehr gut.

Wie sichere ich meine Reichweitenzahlen ab, wenn Google Analytics für ein paar Tage fast keine Seitenaufrufe erfasst hat?

Ein Unternehmen vermarktet seine Reichweite über Werbeanzeigen und berichtet Werbekunden Seitenaufrufe und Sitzungen aus Google Analytics. Für einige Tage wurden fast keine Seitenaufrufe erfasst, Sitzungen und Nutzer dagegen schon. Offen ist, wie sich solche Lücken künftig vermeiden lassen, etwa per Rohdaten-Export nach BigQuery oder mit einer zweiten Google-Analytics-Installation als Backup.

Vielen Dank für deine Frage. Wir machen auf jeden Fall was draus. Ganz klar, wer Werbung verkauft, der spricht natürlich über seine Reichweite, über seine Besucherzahlen, denn meistens wird gezahlt über einen Tausender-Kontaktpreis zum Beispiel. Das heißt, pro tausend Besucher kriegt man eben eine bestimmte Menge Geld. Was eigentlich also nicht gefährdet sein dürfte bei dem Menschen oder bei der Website, die über Reichweite das Geld verdient: Wir haben ja meistens für den Bereich der Werbeanzeigen, also das Ausspielen der Banner, eine eigene Plattform. Das ist meistens eine eigene Technologie, die unabhängig ist von dem Tracking der Webseiten-Reichweite. Das mal als erster Gedanke. Das heißt, die müssten trotzdem mit deren Ad-Server eigentlich sehen können, wie viele Ads wurden ausgespielt, und sprich müssten auch im Ad-Server sehen können, wie viele verschiedene Pageviews es gab. Das heißt, es könnte auf jeden Fall nochmal eine spannende andere Datenquelle sein und eben auch eine Beruhigung, dass man sich eben nicht auf die eigenen Web-Analytics-Sachen verlassen müsste.

So, jetzt diesen Fall, den du beschreibst: Um ehrlich zu sein, deine Nachricht ist ja schon ein bisschen her. Deswegen, wir können nicht ganz nachvollziehen, wie dieser Zustand da eingetreten ist, dass Seitenaufrufe nicht getrackt wurden, aber die anderen Sachen, die Sitzungen und User, schon. Unser Bauchgefühl wäre da, dass es vielleicht einen Fehler in der Implementierung gab, denn unserem Verständnis und Gefühl nach ist das eigentlich ja so der Kern der Sache bei Google Analytics und den anderen Analyseprogrammen für deinen Web-Traffic, dass sie das eben hinbekommen. Vielleicht wurde da irgendein Murks gemacht im Tag Manager. Das ist so ein anderes Tool von Google, wodurch man eben eine Feinsteuerung hinbekommt. Das könnte sein. Also für uns klingt das danach, als hätte man da selbst ein bisschen Mist gebaut. Also wir glauben auf jeden Fall nicht, dass es empfehlenswert wäre, da zwei Accounts zu machen.

Was aber durchaus erwägenswert wäre, ist, den Kunden, denen man sozusagen Zugriff geben möchte zu den eigenen Reichweiten, dass die gar nicht Zugang kriegen zum eigenen Google Analytics, sondern dass man sowieso einen Reporting-Layer dazwischenschaltet. Also dass man eben sagt: Hier, guck mal, das sind unsere Reportings und die Quelle davon ist eben Google Analytics. So, das heißt, die Daten in jedem Fall exportieren ist eine Option. Dafür braucht man aber meinem Verständnis nach die Premium-Variante von Google Analytics. Da ist aber die gute Nachricht, dass die deutlich günstiger geworden ist. Ich glaube, die hat früher irgendwie so 10.000 Euro im Monat gekostet und kostet jetzt nur noch irgendwie 2.500 Euro oder so, von der Größenordnung her. Das heißt, wenn das wichtig ist, dass du da wirklich tippitoppi die Daten hast aus dem Web Analytics für deine Werbekunden, dann wäre vielleicht die Premium-Version von Google Analytics erwägenswert und BigQuery wäre da tatsächlich auch die richtige Wahl. Das ist das Tool von Google, was eben einem hilft, große Datenmengen zu verwalten und zusammenzustöpseln.

Und was man da dann eben natürlich machen kann, wenn man die Daten in so eine Zwischenebene reinzieht: dass man dann eben für die Tage, wo man glaubt, Messfehler gehabt zu haben, dass man da eben manuell nachjustiert. Man kann ja sehr leicht gucken, was weiß ich, wenn Dienstag, Mittwoch und Donnerstag die Daten fehlen, dass man dann einfach guckt, was ist denn der Durchschnitt vom Dienstag, Mittwoch und Donnerstag aus den vergangenen acht Wochen, und den trägt man dann ein. Außer es gibt jetzt irgendwelche starken Gründe zu vermuten, dass diese einzelnen Tage vielleicht aus irgendeinem anderen Grund da ausbüchsen aus dem Durchschnitt. Sowas kann man auf jeden Fall mal machen. Das ist auf jeden Fall eine andere Möglichkeit, jetzt nochmal jenseits von dem Ad-Server da nochmal draufzuschauen.

Wer technischer aufgestellt ist, kann vielleicht nochmal Logfiles anschauen. Sowas gibt es ja auch. Die hält man meistens nicht sehr lange vor. Logfiles sind im Prinzip etwas, was auf dem Server stattfindet, womit geschrieben wird, welche Dateien eines bestimmten Webservers von welchem Dienst aufgerufen wurden. Daraus kann man eigentlich auch diese Seitenaufrufe rausanalysieren. Meistens sind das ziemlich große rohe Datenmengen. Die sind jetzt nicht ganz nahbar, aber aus diesen Logfiles kann man für einen kurzen Zeitraum eben auch mal im Ausnahmefall diese Daten rauslesen.

Also was man auch nochmal machen kann, oder was vielleicht auch nochmal ein Winkel wäre, aus dem du dir das anschauen kannst: Es gibt Profis für den Bereich Google Analytics sowie für jeden anderen Bereich des Online-Marketings. Ich würde wahrscheinlich den Marco Schierhorn von Digitl mal anpingen. Die schreiben sich D-I-G-I-T-L. Die sind stark im Thema Google Analytics und insbesondere Google Analytics 4. Die könnten mal gucken, ob die Implementierung tipptopp ist. Das ist dann ein Projekt, das wird dann durchgezogen und dann sitzt das. Also, ich hoffe, das sind ein paar Ideen für dich, wie du dich da absichern kannst und wo du weitere Datenquellen anzapfen kannst, damit du dein Reporting von deinen Reichweiten noch besser hinbekommst. Ich hoffe, es hilft weiter.

Wie finde ich die richtigen Suchbegriffe für den Online-Shop meines Kölner Feinkostgeschäfts?

Ein Feinkostgeschäft in Köln betreibt einen angeschlossenen Online-Shop und sieht nach ersten SEO-Schritten kleine Verbesserungen bei Klickzahlen und Conversion-Rate. Begriffe wie Feinkost Online-Shop, Delikatessen oder Feinkostgeschenke werden aber nur wenig gesucht. Unklar ist, wie sich die passenden Suchbegriffe überhaupt finden lassen, um das SEO richtig aufzusetzen.

Tolle Frage. Und ich kann dich beruhigen, das ist eine der zentralen Fragen in der Suchmaschinenoptimierung. Und ich habe in 25 Jahren mit vielen Firmen jeglicher Größe und digitalen Reife zu tun gehabt. Und diese Fragestellung ist immer wieder herausfordernd. Man muss eben sozusagen da den Kniff rauskriegen. Und das Thema ist nicht trivial. Ich habe mal so ein Buch rund um Suchmaschinenoptimierung geschrieben. Da wirst du sehen, das ist ein 50 Seiten langer Abschnitt, wo es nur um das Thema geht, und da ist immer noch nicht alles gesagt. Insofern, das ist kein leichtes Thema, auch wenn es im ersten Moment leicht zugänglich scheint.

Ich will dir ein Beispiel geben. Man muss eben anfangen, vor allem aus Sicht des Suchenden und der Suchmaschine zu denken, um zu verstehen, was sind eigentlich die Suchbegriffe, zu denen ich mir vornehmen sollte, gefunden zu werden. So, ich nehme mal was ganz Flapsiges und Beispielhaftes. Man würde jetzt sagen: Mensch, bei dir gibt es Delikatessen. Dann wäre doch vielleicht Delikatessen ein tolles Keyword für dich in deinem Online-Shop. So, du hast aber vielleicht nur 200 verschiedene Delikatessen. Das heißt, ja, all das, was du hast, kann man mit Delikatessen zusammenfassen, aber wenn man bei Google was eintippt, gibt es vielleicht einen Shop, der hat auch 5000 Delikatessen. Und damit wird er viel mehr der Bedürfnisse abarbeiten können oder beantworten können, die ein Suchender, der Delikatessen bei der Suchmaschine seiner Wahl eingibt, vielleicht haben könnte. So, das heißt, die Suchmaschine, die möchte immer Ergebnisse vorne listen, die für die Anfrage, die gerade reingeschickt wird, möglichst die meisten Bedürfnisse, die sich dahinter verbergen, abbilden können. So, das ist erstmal eine wichtige Richtung bei der Denke, um die zu erfassen.

So, und das Ergebnis sozusagen des Suchens der Suchbegriffe, das wäre in meinem Vokabular, ich würde das immer eine Content-Strategie nennen oder eine Keyword-Strategie. Das ist ein großer Teil der SEO-Strategie, wenn nicht sogar der zentralste und erste. Weil wenn ich mir nicht das Richtige vornehme, dann ist das Unterfangen, alles, was danach kommt, vielleicht sogar zwecklos. Ich muss mir was vornehmen, was realistisch ist. Das heißt, dass ich wirklich Suchbegriffen hinterherjage, bei denen ich auch eins der besten Ergebnisse im deutschsprachigen Internet sein kann, wenn ich auf Deutsch arbeite. Und zum anderen, dass das, was ich mir vornehme, auch korrespondiert mit den Fähigkeiten und auch mit den Ressourcen, die ich dahinterklemmen kann. Das heißt, ich kann mir jetzt große Ziele vornehmen. Aber wenn ich da halt nur mit einem kleinen Finger pro Woche daran arbeite, dann ist das halt unrealistisch, dass ich mir das vornehme. Das heißt, diese Content-Strategie und die Keyword-Strategie, das ist schon was ganz, ganz Zentrales.

Keywords und Seitentypen im Online-Shop

Und ich glaube, um es jetzt nicht zu sehr zu vertiefen, aber ich werde versuchen, dir trotzdem später nochmal eine Idee mitzugeben, wie breit das Thema eigentlich ist. Ich glaube, dass das Zentrale, was man hier an dieser Stelle eigentlich machen möchte, ist zu überlegen: Für welche Keywords möchte ich denn gefunden werden, und immer in der Kombination womit? Also für was möchte ich gefunden werden und womit? Und das Womit ist immer eine URL. Eine URL heißt eben eine bestimmte Unterseite deines Online-Shops.

So, im Kontext von Suchmaschinenoptimierung für Online-Shops hat man verschiedene Seitentypen. Das eine ist zum Beispiel die Startseite. Die kann auf eine Gruppe von Suchbegriffen optimiert sein. Dann, was ganz Zentrales bei Online-Shops sind Kategorieseiten, also wo du eben eine Zusammenstellung hast, weiß ich was, in deinem Fall vielleicht Marmeladen. Das ist dann die Kategorie, wo es nur Marmeladen gibt. Und dann gibt es noch einen anderen Unterseitentyp, das wäre ein einzelnes Produkt. Manchmal gibt es dafür das Akronym PDP, Product Detail Page. Und dann gibt es eben auch noch andere Seitentypen wie einen Blog oder sowas, der eben dazugehört zu einem Online-Shop.

So, und das heißt im Prinzip für jedes Keyword: Zumeist ist es ja nicht so, dass man ein Keyword mit einer URL versucht zu attackieren, sondern man sagt eben, eine URL deckt ein bestimmtes Thema ab, und das Thema wird repräsentiert durch ein paar der zentralen Keywords, die für das Thema stehen.

In der Realität der Suchmaschinenoptimierung ist es so, du hast für eine URL vielleicht zehn verschiedene Keywords, auf die du versuchst, diese URL zu optimieren. Das sind Schreibvariationen ein und derselben Sache oder Synonyme ein und derselben Sache, was weiß ich. Ich sage mal jetzt für dich in einfach: Marmelade online kaufen, Marmelade Online-Shop, Marmeladenversand oder sonst irgendwas. Für all diese Keywords wäre zum Beispiel deine Marmeladenunterseite eine gute Ziel-URL, also etwas, was realistisch findbar sein könnte, wenn jemand einen dieser Suchbegriffe eintippt, und die könnten dann zu dir kommen und könnten zufrieden sein. Und du wärst da vielleicht, also wenn du eine gute Auswahl an Marmeladen hast, hoffentlich eins der guten Ergebnisse im Internet, und deswegen würde dich Google dann auch vorne lassen. So, das ist im Prinzip, wie man darüber nachdenken muss.

Auswahlfaktoren und Priorisierung

Wie man jetzt diese Keywords nun findet, denen man hinterhergehen sollte, da kann man aus verschiedenen Winkeln drangehen. Und ich will das wirklich nur anreißen, weil es führt vielleicht zu weit, aber dass einfach mal die anderen, die zuhören, die eben keinen Feinkost-Delikatessenshop machen, dass die eben auch viel daraus hier ziehen können. Also, was sind alles Auswahlfaktoren für Keywords? Nur, dass ihr das mal gehört habt. Also, ich würde grundsätzlich erstmal unterscheiden in Faktoren, die mit dem Anbieter selbst zu tun haben beziehungsweise mit der Zielgruppe, und das andere ist, dass ich eben den Wettbewerb anschauen würde. Also erstmal, ich würde mir angucken, wie reden meine Kunden über meine Produkte? Weil es passiert eben oft, dass Marken in der eigenen Sprache über die eigenen Produkte sprechen und die Kunden in einer ganz anderen Sprache. Das heißt, dass zum Beispiel eine Sportschuhmarke, dass die eben sagt: Guck mal, das sind unsere Sneaker. Ja, aber der Kunde sucht trotzdem Turnschuhe. Das ist so ein Faktor, den man da mit reinbringt.

Oder man guckt sich eben an, wo wird man denn aktuell gefunden? Oder was sind zum Beispiel Keywords, die für eine bestimmte Kaufphase sprechen? Das heißt, ich möchte vielleicht Leute, die näher daran sind zu kaufen, eher ansprechen als die, die weiter weg sind. Oder habe ich schon Inhalte zu dem Thema, was ich da versuche zu attackieren? Was ist eigentlich die Intention hinter diesem Suchbegriff? Kann ich das denn abdecken? Welches Budget habe ich? Welchen Zeithorizont habe ich? Das habe ich schon so ein bisschen angerissen. Dann, wie ist der Wettbewerb auf diesen bestimmten Keywords, denen ich da überlege hinterherzugehen? Wenn der Wettbewerb gigantisch hoch ist, schaue ich mir vielleicht an, gibt es denn Keywords oder Welten von Keywords, wo eben gar nicht so viel Konkurrenz ist. Wie sieht das Suchergebnis aus zu diesem Keyword? Gibt es da viel Wettbewerb durch Anzeigen, durch solche Einschübe von Google jeglicher Art, seien es Bilder, Videos etc. pp.? So, das ist nun mal, was man sich anguckt, wenn man sozusagen auf einem professionellen hohen Niveau solche Content-Strategien ausbaut.

Das eine Ziel ist, dass man klärt, welche Keywords wird man angehen, also wo wird man Content schaffen, auf welcher URL, zu welchen Themen. Das ist das eine, aber das Zweite, was da eigentlich auch mit reingehört, wenn man das eben im großen, professionelleren Kontext sieht, ist, dass man eigentlich die Priorität und Reihenfolge findet. Ja, das heißt, es ist gar nicht so schwer, im Endeffekt sich sozusagen so eine Content-Strategie zurechtzulegen. Aber was eben eine Herausforderung ist, wenn man das bei Firmen macht, die vielleicht ein bisschen größere Webseiten haben oder ein bisschen komplexere Geschäftsmodelle, ist, das eben in eine gute Reihenfolge zu bringen, dass man gute Priorität reinbringt, die eben Sinn macht, sodass man dann eben auch früh erste Erfolge sieht und trotzdem die Dinge, die lange brauchen, auch nicht zu spät angeht. Und da gibt es eben ganz, ganz viele Sachen abzuwägen.

Kategorieseiten als Verkaufsberater

Wir brechen das wieder runter auf dich und deinen schönen kleinen Online-Shop. Und zwar, ich glaube, der Kern der Sache beim Online-Shop ist, das ist eben ganz oft der Fall, dass du eigentlich die Suchbegriffe, die du da jetzt genannt hast, die versuchen zu subsumieren, was deine ganze Website ist. Das heißt, es sind potenzielle Keywords, also Feinkost Online-Shop oder Feinkost Geschenke oder sowas, das sind potenzielle Suchbegriffe für deine Startseite, die den ganzen Shop subsumieren. Das ist aber meistens gar nicht so die Stärke, ehrlich gesagt. Das ist sehr selten der Fall.

So, das, wo eigentlich Suchmaschinenoptimierung im E-Commerce eigentlich so die Stärke hat, ist eigentlich auf Kategorieebene. Das heißt, ich habe zum Beispiel gesehen, du hast Süßigkeiten aus Bayern. So, und was eben wichtig wäre, wenn du das hast, dass man einmal schaut, wird das denn gesucht? Und ich bin mir sicher, auf diesem Niveau wird man Sachen finden, Kombinationen finden, die interessant sind und die man suchen wird, oder Marmeladen aus Bayern oder was auch immer. Dann ist es eben wichtig, dass es eine URL gibt, die sich nur um dieses Thema kümmert, also Süßigkeiten aus Bayern oder Leckereien aus Bayern oder Spezialitäten aus Bayern, und dass es dort dann eben auch Unique Content gibt, der wirklich dieses Thema aufgreift und dann erklärt: Hey, hör mal hier, die Marmeladen, diese 28 Stück haben wir von diesen drei Herstellern. Die Hersteller haben folgende Eigenschaften, so haben wir die ausgesucht, das finden wir besonders an denen, das ist toll.

Das heißt, stell dir vor, die Leute kommen, du hast ja selber ein Feinkostgeschäft offline in Köln. So, das heißt, stell dir vor, die Leute kommen in deinen Laden und die sagen dir: Boah, ich habe Bock auf Marmeladen aus Bayern, und du hast 28 davon. Was würdest du als Verkäuferin denen jetzt nun erzählen? Also im Prinzip sei an der Stelle, wo die Leute Marmeladen aus Bayern gesucht haben und zu dir kommen auf die URL bei dir im Shop, die eben eine Übersicht gibt über alle Marmeladen aus Bayern, die du hast: Was würdest du denen dort erzählen? Du bist quasi deren Verkaufsberater an der Stelle und du sagst denen eben: Hey, guck mal, das sind die Steckenpferde von diesem Marmeladenhersteller und das sind die Steckenpferde von diesem Marmeladenhersteller, und wenn ihr noch was probieren wollt, dann gibt es hier diesen Korb, wo wir die Best-of-Marmeladen aus Bayern zusammengestellt haben.

So, das heißt, im Prinzip die Übersichtsseite, wo man sich die ganzen Produkte angucken kann, die es bei dir im Shop in einer Unterkategorie gibt, das kann eine Kategorie, eine Unterkategorie oder sogar Kategorie dritter Ebene sein oder auch Kategorie kombiniert mit einem Filter, je nachdem, was für ein Shop das ist. Dort findet eigentlich meistens die Magie in dem Bereich Suchmaschinenoptimierung statt. So, das ist sozusagen der Nummer-eins-Aktivitätsbereich und dort würde ich quasi sozusagen Liebe reinstecken.

Auf der Startseite, das ist meistens, das ist sehr shortheadig, würde man sagen jetzt in Fachdenglisch, das ist meistens ein sehr breiter Begriff, den man damit sinnreich eigentlich attackieren würde. Und den kann man nicht immer, wenn man ein kleiner Shop ist, gut repräsentieren und abdecken. Das heißt, da würde man sich einfach in Kämpfe reinwagen, wo man gar nicht so top für aufgestellt ist. Das würde man wahrscheinlich am Anfang lassen.

Und das andere, was man wahrscheinlich auch nicht machen würde, ist, auf der Produktebene zu arbeiten. Das ist meistens zu longtailig, also zumindest für den Anfang. Das würde man eigentlich nur dann machen, wenn man so Bestsellerprodukte hat, die es vielleicht nur bei dir zu kaufen gibt. Ich sage mal so, das neue iPhone bei Apple. Da würde ich sagen: Mensch, da ist eben SEO auf Produktebene besonders gut. Oder du bist halt irgendein total geschickter Preisvergleicher und das ist dein Steckenpferd. So, aber im Prinzip in einem E-Commerce-Kontext, in einem Online-Shop, da ist es eben richtig, auf Kategorieebene und auf Unterkategorieebene zu arbeiten oder eben Kategorien mit Filtern.

Blogbeiträge für Themen jenseits der Kategoriestruktur

Es gibt noch einen zweiten Aktivitätsbereich, wenn man quasi Suchbegriffe identifiziert bei seiner Keyword-Recherche, beim Bau seiner Content-Strategie. Das sind Begriffe, für die hat man extrem guten Content, man hat in seinem Shop genau das zu bieten, was die Leute suchen, wenn sie einen bestimmten Suchbegriff eintippen in der Suchmaschine ihrer Wahl, aber du kannst diese Suchbegriffe schlecht mit der aktuell von dir ausgewählten Kategoriestruktur abbilden. Dann kann man eben überlegen, in einem Blog oder in einem Content-Bereich sich etwas aufzubauen, wo man ähnliche Sachen macht, wie man in den Kategorien macht. Ich sage mal etwas Abstruses, nur dass man sich das vorstellen kann. Ich sage mal, bei der Keyword-Recherche entdeckst du: Die Leute googeln total häufig blaue Süßigkeiten. Aber natürlich ist dein Delikatessengeschäft jetzt nicht danach sortiert, welche Farbe die Lebensmittel haben, die du verkaufst. Und das ist auch für jemanden, der dein Lebensmittelgeschäft kennt und über die Startseite reinkommt und dann wird nach Farben gefiltert, die Leute werden eher irritiert sein.

Aber es könnte ja sein, dass du trotzdem, also weiß ich, 38 blaue Lebensmittel hast oder 38 blaue Süßigkeiten, und damit hast du eine ziemlich coole Zusammenstellung. Und wenn das der Fall wäre im Vergleich zu anderen Shops im Internet, kannst du eben den Leuten dieses Bedürfnis nach blauen Süßigkeiten besonders gut erfüllen. Dann würde ich eben sagen: Komm, mach mal einen Blogbeitrag und sag mal: Hier, das sind unsere liebsten blauen Süßigkeiten. Und auf einmal hast du eine URL, die kann zum Thema blaue Leckereien, blaue Süßigkeiten eins der besten Ergebnisse im Internet sein. So, und natürlich von dem Blog verlinkst du dann wieder in die Produktdetailseiten rein. Aber es ist eben keine Kategorieseite, also keine Kategorie-URL, mit der du antwortest auf eine bestimmte Suche, sondern es ist eben ein Blogbeitrag. Und trotzdem, der Blogbeitrag ist trotzdem etwas, das hilft den Leuten weiter, genau das zu finden, was sie eigentlich suchen, nämlich blaue Süßigkeiten in dem Fall.

So, was ganz wichtig ist: Es geht natürlich nicht nur darum, diese URLs zu erschaffen, sondern man muss halt dort nützlichen Content bieten. Also das heißt, auf einer Kategorieseite so eine Art Verkaufsberater für diese Kategorie oder Unterkategorie oder Kategorie und Filter oder Kategorie und zwei Filter, was auch immer es genau ist, diese Zusammenstellung an Produkten, dafür einen guten Verkaufsratgeber, die Leute an der Stelle an die Hand nehmen und sagen: Guck mal hier, das findest du hier, so ist das zusammengestellt, das ist das Besondere, das möchte ich dir besonders empfehlen und das finde ich cool an diesen Produkten. Und das Gleiche muss im Prinzip der Blogbeitrag, der ähnliche Begriffe angeht, die eben nicht in der Kategorienstruktur beantwortet werden können, auch leisten.

So, ich hoffe, das hilft dir ein bisschen, zu suchen und zu stochern und dein SEO-Glück weiter zu vertiefen. Bei OMR hast du ja schon reingeschaut. Die haben zum einen diese Deep Dives im SEO-Bereich und zum anderen diese PDF-Minibücher, würde ich mal sagen. Die kann ich auf jeden Fall ans Herz legen. Da gibt es im Bereich Suchmaschinenoptimierung gleich zwei Stück, für Einsteiger und für Fortgeschrittene. Ich glaube, in beiden gibt es etwas dazu, wie man Content-Strategien aufbaut. Insofern, ich bin guter Dinge, dass dein SEO weiter gut vorangeht, und wir hoffen, dass du ganz viele Delikatessen an Fans von genau den Produkten absetzt.