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Ein kleiner Online-Shop für regionale Delikatessen soll mehr Umsatz bringen, ein Familienunternehmen sucht das passende Funnel-Modell für seinen neuen B2C-Shop mit Haarkosmetik, und ein D2C-Shop überlegt, ob Alt-Texte für 1200 Produktbilder den Aufwand wert sind. Kategorieseiten mit Einkaufsratgeber sind die wichtigste SEO-Hausaufgabe im E-Commerce. Wie der Funnel heißt, ist egal, entscheidend ist, ihn von unten nach oben mit jeweils eigenen Kennzahlen zu bearbeiten. Bildbeschreibungen erzeugt man einmal automatisiert per Sprachmodell und nutzt sie dann möglichst breit im Shop, auf Pinterest und Instagram.
Diese Fragen beantwortet die Folge
- Wie bekomme ich mehr Umsatz in meinen kleinen Shop für regionale Delikatessen, wenn Instagram und Google Ads nicht fruchten?
- Nach welchem Funnel-Modell wie AIDA oder TOFU, MOFU und BOFU richten wir unseren neuen B2C-Online-Shop für Haarkosmetik aus?
- Lohnt es sich, für 1200 Produktbilder in meinem D2C-Shop beschreibende Dateinamen und Alt-Texte anzulegen, und wie teste ich das?
Es folgt das Transkript meiner Antworten aus der Folge. Der Text ist wörtlich, nur Füllwörter und Versprecher wurden entfernt. Die Ausgangslage zu jeder Frage ist vorab kurz zusammengefasst.
Wie bekomme ich mehr Umsatz in meinen kleinen Shop für regionale Delikatessen, wenn Instagram und Google Ads nicht fruchten?
Ein selbstfinanziertes Kleinunternehmen betreibt seit einem Jahr als Nebengewerbe einen Online-Shop mit Spezialitäten und Delikatessen aus der eigenen Region. Der Umsatz bleibt hinter den Erwartungen zurück, kleinere Anzeigen bei Instagram und Google Ads haben bisher wenig gebracht, und ein SEO-Einsteiger-Guide ist bereits bestellt. Gesucht sind weitere Empfehlungen, um den Shop nach vorn zu bringen.
Also grundsätzlich zu deinen vorherigen Versuchen: Super, du hast anscheinend ein Ladengeschäft und eben auch einen Online-Shop, finde ich total klug, weil im Ladengeschäft ist nicht immer so viel los, und dann kann man die Zeit eben immer ziemlich gut investieren als Kleinunternehmer, indem man seinen Online-Shop besser macht. Was ich beunruhigend finde oder was ich kritisch finde, ist, dass du sagst, dass Google Ads nicht funktioniert hat. Irgendeine der Werbeformen sollte schon funktionieren. Also SEO ist, wenn man sich jetzt anguckt, wenn man viele Kanäle gleichzeitig bespielt, meistens jetzt nicht der allergrößte Kanal. Es ist meistens der günstigste Kanal, aber eben nicht der größte. Eigentlich muss jedes Geschäft, was gut ist, funktionieren über mehr als einen Kanal. Und SEO ist eben typischerweise ein Kanal, der macht die Rendite schön, aber die Menge der Umsätze, die kriegt man meistens über einen anderen Kanal hin.
Das heißt, ich würde dich gerne auch nochmal ermutigen, wieder und nochmal einzusteigen in das Thema Werbung, wenn du sozusagen da wieder Kapazitäten und Zeit für frei hast. Vielleicht ist sozusagen der Kern des Geheimnisses, lokaler zu targeten, dass man eben guckt, dass man wirklich nur Leute in deiner Region anspricht. Und wenn ich jetzt über quasi den Instagram-Teil nachdenke und bei Google, muss man vielleicht nochmal gucken: Wohin hast du denn die Leute geschickt und zu welchen Begriffen? Und das ist wiederum eine schöne Überleitung für den SEO-Bereich, denn meistens ist das, was im Suchmaschinenoptimierungsbereich geht, auch das Gleiche, was bei Google Ads gut funktioniert, also sprich die Landingpages.
Kategorieseiten als Herzstück im E-Commerce-SEO
So, und wenn man einen Online-Shop anschaut, und das ist bei großen und bei kleinen Online-Shops eigentlich immer sehr ähnlich, das, wo es richtig, richtig, richtig abgeht im Search, sind meistens Kategoriebegriffe. Das heißt, wenn ich mir so einen Online-Shop nachdenke, hat der meistens ja eine Startseite, da steht er für ein bestimmtes Thema, Delikatessen halt in dem Fall. So, das ist sozusagen das, wofür der ganze Shop steht. Und dann gibt es natürlich die Einzelprodukte aus irgendwas, die Marmelade aus Hintertupfingen, aus Pflaumen gemacht. Und dazwischen, zwischen dem einzelnen Produkt im Online-Shop und der Startseite, gibt es eben meistens diese Kategorie- und Filterseiten. Und meistens sind ja diese Kategorien mehrstufig, dann gibt es eine Oberkategorie, eine Unterkategorie, vielleicht noch Unter-Unterkategorien und vielleicht dann noch Filter, je nachdem, was man so verkauft und je nachdem, wie granular das Ganze ist.
So, und um das jetzt mal so mit Buzzwords zu benennen, die man auch nachlesen kann: Das eine nennt man Short Head, das ist quasi das Wort Delikatessen, dazu versuchen zu ranken wäre halt eben ein sehr shortheadiger Ansatz. Zu versuchen zu ranken nur zu den Produktbegriffen, das wäre ein sehr, sehr longtailiger Ansatz. Und meine Erfahrung und mein starkes Bauchgefühl zu dem Thema ist, dass E-Commerce-SEO sich eigentlich in diesem Mittelteil verbirgt und dass der eigentlich sozusagen die entscheidende Stelle ist, wo man sich betätigt. Das heißt, ich versuche halt eben nicht zu ranken auf Delikatessen aus Hintertupfingen. Ich versuche nicht zu ranken auf Delikatessenmarmelade aus Pflaumen aus Hintertupfingen, sondern ich versuche zu ranken auf Marmelade aus Hintertupfingen.
Weil du hast ja einen regionalen Bezug, und ich finde, den kann und sollte man ausspielen. Der ist die Stärke von deinem Shop, und ich finde, man muss auch eben zeigen und bereit sein, du scheinst ja dein Berufsleben darauf zu wetten, dass es wichtig wäre, hervorzuheben Delikatessen mit einem regionalen Bezug zu der Region, in der du bist. Und dazu kann man eben auch stehen, und das sollte auch die Positionierung von einem Shop sein, die ist auch gut, und die wird auch ihre Klientel finden, da bin ich guter Dinge.
So, das heißt, ich glaube, was du wirklich beim Online-Shop anschauen musst, sind diese Kategorien und diese Kategoriebegriffe. So, und die Kategorien im Online-Shop, das sind eben genau die Sachen, über die du arbeiten musst. Das heißt, wenn du die jetzt anschaust, deine Kategorien, also sagen wir mal deine Hauptnavigation, du startest da: Die Keywords, die man dort targeten würde mit der Startseite vom Shop, wäre sowas wie vielleicht Delikatessen aus Blablabla, wo auch immer du bist. So, und jetzt gehen wir mal eine Ecke tiefer, und dann sagen wir mal: Mensch, Brotaufstriche aus Tralala.
Einkaufsratgeber neben den Produkten
So, und dann, was eben wichtig ist bei dieser Kategorieseite Brotaufstriche, ist zum einen, dass die Menschen eben sehen, hier haben sie eine ganze Auswahl von Produkten. Das heißt, der Mensch sucht unbestimmt, wenn er generisch sucht, wenn er nicht gesagt hat, ich will zu deinem Shop, sondern der sagt einfach, ich will dieses Produkt, und drückt das mit so einem generischen Suchbegriff aus, indem er sagt: Brotaufstriche aus Tralala. Dann hat er sich noch nicht festgelegt auf ein konkretes Produkt. Das heißt, was der Kunde dort sehen möchte, die Intention des Kunden, das, was er als Ergebnis sich wünscht, ist so eine Kategorieseite, wo er dann eben eine Auswahl kriegt von verschiedenen Brotaufstrichen, und dann kann er dort was lesen, und du hilfst ihm dann vielleicht auch, den richtigen Brotaufstrich für sich zu finden, und dort möchte er sich eigentlich entscheiden.
So, und wenn du diese Kategorieseite anschaust, dann müssen mehrere Sachen erfüllt sein. Wichtig ist erstmal, dass alles, was dort zu sehen ist, Brotaufstriche sind. Ich hoffe, das leistet ein Online-Shop so. Dann im Idealfall schaffst du es dort wie einen kleinen Ratgeber, oder so könnte man vielleicht denken. Die Frage wäre ja: Was stellst du dir vor, in welchem mentalen Zustand die Person ist, die jetzt deinen Shop bei Google sucht und dann zu deinem Shop kommt, die jetzt eben Brotaufstrich aus Hintertupfingen gesucht hat? Und die Person ist im Prinzip genauso wie die Person, die reinkommt in deinen Laden und die sagt: Ich suche einen Brotaufstrich hier aus Hintertupfingen. So, und du würdest ja dann auch auf die Person zugehen, würdest dann sagen: Hey, was meinst du denn genau, meinst du irgendwas mit Nüssen und Schoko oder eher eine Marmelade oder eher dieses, jenes, Drittes?
So, und ich denke, was es hier braucht auf so einer Kategorieseite neben den eigentlichen Produkten, ist wie so eine Art Beratungscontent, der den Leuten hilft, zu sagen: Hey, für Brotaufstriche ist diese Region, in der wir sind, total berühmt. Unser Steckenpferd sind Brotaufstriche aus diesen drei Unterkategorien. Und bitte beachtet bei den Brotaufstrichen noch das, das und das, wenn ihr euch entscheidet, was ihr eigentlich haben wollt. Also wie so eine Art Einkaufsratgeber, der sich bezieht auf diese Kategorie, und dieser Einkaufsratgeber für diese Kategorie, der ist unmittelbar neben den Produkten aus der Kategorie. Und dann muss man eben gucken, wie man das Layout dazu macht.
So, und was du an dieser Stelle geschaffen hast, ist quasi eine bestimmte URL in einem Online-Shop, bei der du eben sagst: Mensch, hier sind Brotaufstriche aus meiner Region, hier ist ein Einkaufsratgeber aus meiner Region, und damit denke ich, dass, wenn jemand Brotaufstriche aus dieser Region sucht, liebe Suchmaschine, dann ist diese URL meiner Meinung nach das beste Ergebnis, deswegen lass mich bitte auf eins finden. So, und im Prinzip, das muss man jetzt durchkonjugieren auf alle relevanten Kategorien, und das ist sozusagen die erste, beste Hausaufgabe, die man eigentlich so machen kann als Online-Shop. Ich hatte das bei dir im Online-Shop angeschaut, das war in jedem Fall nicht gemacht, aber auch bei großen Online-Shops ist das oft eine der ersten Baustellen.
Tiefe Filterseiten aus dem Index nehmen
So, wenn wir jetzt nochmal die Frage ein bisschen allgemeingültiger anschauen, dann gibt es bei großen Online-Shops und Online-Shop-Systemen eine andere Facette noch, nämlich diese Navigation in den Kategorien. Die Kategorien haben meistens nur eine bestimmte Tiefe. Die gehen, was weiß ich, ein, zwei, drei Kategorien tief. Damit kann man ja noch arbeiten, dazu noch einen sinnvollen Einkaufsratgeber zu machen.
Aber wenn man sich jetzt noch jeden Filter dazu vorstellt: Boah, stell dir mal vor, ich würde Klamotten verkaufen, und dann gehe ich Filter in Oberbekleidung, dann gehe ich Filter Herren und dann gehe ich Filter vielleicht T-Shirt und dann filtere ich noch in Schwarz und dann filtere ich noch in unter 20 Euro, und dann sieht man schon, da kommen eigentlich zu viele Kategorieseiten raus, für die es einfach gar keinen Sinn geben würde, dafür noch sozusagen beratend zur Seite zu stehen. Und wahrscheinlich würde man auch im Suchmaschinenoptimierungsbereich nicht so tief drin arbeiten. Da muss man eben bei großen Shops schauen: Was ist relevant, was wird noch gesucht und was wird vielleicht gar nicht mehr gesucht?
Und das, was gar nicht mehr gesucht wird, dort trifft das dann eben nicht zu, dass man da noch sozusagen Content versucht neben die Produkte zu bringen, sondern da würde man sozusagen das Gegenteil eigentlich machen, das nur mal, damit man es gehört hat, damit wir das Thema auch wirklich ganzheitlich erfassen und nicht nur für dich gut beantworten. Dort würde man wahrscheinlich sogar erwägen, diese tiefen Kategorie- und Filterkombinationen aus dem Index zu nehmen. Das heißt, dass man eben der Suchmaschine mitteilen würde: Du, liebe Suchmaschine, diese URL gibt es, die ist auch echt wichtig, wenn die Leute durch meinen Shop surfen und wenn sie sich in meinen Kategorien zurechtfinden wollen, sich zurechtfiltern wollen, was sie da so sehen wollen an Produkten, um ihre Kaufentscheidung zu treffen. Aber, liebe Suchmaschine, bitte berücksichtige nicht diese URL beim Wettkampf um die schönen Positionen in den Suchergebnissen.
So, und das ist eben, wie gesagt, bei großen Online-Shop-Systemen relevant, denn man muss das eben so sehen: Man hat eine gewisse Bedeutung oder Autorität in den Augen der Suchmaschinen, und diese verteilt sich halbwegs gleichmäßig, nicht ganz, nur vereinfachend gesagt, aber die verteilt sich über die verschiedenen URLs, mit denen ich versuche, gute Positionen in Suchmaschinen zu ergattern. So, und indem ich manche URLs eben ausklammere aus diesem Wettkampf, schaffe ich, mehr Bedeutung rüberzuholen auf die URLs, mit denen ich eigentlich um die Suchmaschinenergebnispositionen kämpfe. Das ist jetzt mal die eine große Baustelle, mit der man da arbeitet. Also eben schauen, dass die Kategorieseiten im Online-Shop tippitoppi mit Content ausgestattet sind.
Suchbegriffe jenseits des Kategoriebaums
Jetzt gibt es noch eine andere Baustelle. Die ist eigentlich auch eher etwas für fortgeschrittenere Spieler. Ich möchte die aber hier in dem Kontext erwähnen. Es gibt Begriffe, die sind so ähnlich wie Kategorien, aber ein Online-Shop kann nicht all die Begriffe, die Kategorien sein könnten, bei sich im Kategoriebaum abbilden. Denn der Kategoriebaum, der hat ja im Shop mehr an Funktionen, als nur jetzt für die Suchmaschinenoptimierung eine Rolle zu erfüllen. Der ist ja da, damit die Leute, die von der Startseite kommen, Stück für Stück durchnavigieren können und die richtigen Produkte für sich finden können. Das heißt, die Anforderung an diesen Kategoriebaum ist, dass er alles erfasst und halbwegs trennscharf ist. Dass man eben bei jedem Produkt weiß: Mensch, das gehört aber nur in diese Kategorie. Das ist sozusagen die Anforderung an die Kategorie aus Usability-Sicht. Das ist das, worauf der Produktmanager, der vielleicht einen großen Shop betreibt, eben achtet bei seinen Kategorien, dass die sich nicht überschneiden und dass jedes Produkt erfasst wird.
So, das ist aber eine Anforderung, die haben wir jetzt aus dem reinen Blick der Suchmaschinenoptimierung her nicht. Und es gibt immer wieder Kategoriebegriffe, die man beackern muss aus reiner Sicht der Suchmaschinenoptimierung, die aber nicht so im Kategoriebaum abgebildet sind. Und dafür muss man in großen Online-Shops bei fortgeschrittenem Stand von Suchmaschinenoptimierung eben auch nochmal Zeit verbringen. Ich gebe euch mal ein Beispiel in einem Shop, der vielleicht Schuhe verkauft. Der würde vielleicht sagen: Mensch, ich verkaufe Stiefel und Halbstiefel. Aber wenn man sich anguckt, was suchen denn Leute im Winter für Schuhe, dann suchen die zwar auch Stiefel, dann suchen die auch Halbstiefel. Das heißt, die Kategorieseiten, die von diesen Unterkategorien sind, die werden sinnreich sein, um damit Suchmaschinenoptimierung zu betreiben. Aber die Leute suchen ganz, ganz viel nach Winterstiefeln. Und was meinen sie damit? Naja, vielleicht sowohl Stiefel als auch Halbstiefel, wenn sie gefüttert sind.
So, das heißt, das ist im Prinzip eine Ansammlung von Produkten. Die sind aber so im Kategoriebaum nicht zu finden. Aber der Shop hat das eigentlich. Der Shop, der sozusagen die Stiefel und die Halbstiefel anbietet, der hätte eine gute Antwort auf die Frage, die man eigentlich stellt, wenn man eine Suche anschubst zum Thema Winterschuhe. So, und dafür gilt es dann eben, gute Lösungen zu finden. Und das ist eben auch nochmal eine Herausforderung, wenn man so ein bisschen, sagen wir mal, im Mittelfeld bis fortgeschritten anfängt, Suchmaschinenoptimierung zu betreiben im E-Commerce. Ich hoffe, das hat dir auf deine konkrete Frage geholfen und vielen anderen, die im E-Commerce SEO machen, auch nochmal ein paar Anregungen zum Denken und Weiterdenken gegeben.
Nach welchem Funnel-Modell wie AIDA oder TOFU, MOFU und BOFU richten wir unseren neuen B2C-Online-Shop für Haarkosmetik aus?
Ein mittelständisches Familienunternehmen baut gerade einen B2C-Online-Shop für seine Haarkosmetik-Produkte auf. Für den Conversion Funnel gibt es verschiedene Modelle wie AIDA oder die Einteilung in TOFU, MOFU und BOFU, und unklar ist, wonach man das passende Modell auswählt.
Also ich habe mich gefreut über deine Frage und ein bisschen auch geschmunzelt und gelacht. Ja, also erstmal super spannend. Klingt gut, dass ein Familienunternehmen anscheinend ein gutes Produkt hat, was anscheinend erfolgreich in B2B, also sprich an andere Unternehmen, verkauft und jetzt eben auch versuchen will, direkt zu verkaufen. Das klingt erstmal sehr, sehr gut, für ein Familienunternehmen eine spannende Strategie, sich quasi breiter aufzustellen, um eben nicht nur auf einem Wege Umsatz zu tätigen und vielleicht eben auch durch den direkten Kontakt zu Kunden auch nochmal eine bessere Verbindung aufzubauen, vielleicht sogar etwas zu lernen. Da kann man ja auch oft viel durch direkte Kundenkontakte für die Innovationen tun, denn die Kunden sagen einem, was hakt mit den eigenen Produkten und was man vielleicht besser machen könnte. Insofern finde ich das ein sehr, sehr gutes Vorhaben.
Der Funnel als gedankliches Konstrukt
Vielleicht, um alle abzuholen: Der Funnel ist immer der Trichter, den wir uns gedanklich vorstellen beim Marketing, wo wir eben sagen, es gibt potenzielle Kunden, und wir versuchen, die zu erreichen. Am Anfang versuchen wir oft irgendwie erstmal etwas zu machen, was Aufmerksamkeit kriegt, und am Ende des ganzen Funnels ist eben eine Transaktion, also hoffentlich eben ein Kauf wie hier in diesem endkundenorientierten Online-Shop für Haarkosmetik.
So, wie man diese Funnel-Stufen benennt und wie viele es gibt, ist ehrlich gesagt komplett egal. Ich glaube, wichtig ist, das gedankliche Konstrukt vor Augen zu haben, weil man bekommt eh nicht alles eins zu eins perfekt ausgesteuert und umgesetzt. Dieser Funnel ist ein intellektuelles Konstrukt, was einem hilft, das Problem ganzheitlich zu erfassen und nichts außer Augen zu lassen. Man darf das nicht zu philosophisch angehen. Ich glaube, der ganz klare Gedanke ist: Am Anfang geht es darum, eine Reichweite zu kriegen, eine Aufmerksamkeit zu kriegen, und am Ende des Funnels geht es darum, zu verkaufen. Und man kann eben den Funnel eigentlich auch immer noch weiterdenken, denn nach dem ersten Kauf kommt hoffentlich der Wiederkauf. Das heißt, der Funnel ist auch jetzt nicht vollumfänglich alles erfassend.
Von unten nach oben arbeiten
Was wichtig ist bei einem Funnel, ist, dass man sich, wenn man ein Produkt verkauft, in der Regel in einem Online-Shop, von unten nach oben arbeitet. Das heißt, man versucht eigentlich erstmal, Kunden zu akquirieren, die schon ganz nah daran sind, eine Transaktion zu tätigen. So, und wie diese Funnel-Stufe heißt, ist wirklich egal. Und ob du dir jetzt zwei, drei oder vier Stufen vorstellst, ist wirklich egal. Ganz nach deinem Gusto, davon hängt es nicht ab. Ich glaube nicht, dass man da ans falsche Konzept geraten kann und deswegen die eigenen Bemühungen schieflaufen. Das klingt für mich immer wie jemand, der sich so ein bisschen intellektuell im Wege steht, und fast schon eine konzernige Denke, und da ihr Mittelständler seid, darf das eigentlich nicht da sein, sondern man muss im Online-Marketing eben ein bisschen probieren, ein bisschen rütteln und schütteln und versuchen und gucken, was man eben wieder zustande bekommt.
So, das heißt, wenn es ein sehr einfaches Produkt ist, dann würde ich einfach in weniger Funnel-Stufen denken. Wenn es ein sehr komplexes Produkt ist, dann hast du vielleicht mehr Funnel-Stufen, weil du hast eben auch einen mehrstufigen Verkaufsprozess. So, das Produkt, was du hast, scheint grundsätzlich erstmal einfacher. Das heißt zwei, drei Funnel-Stufen, und dann geht es darum, sich da sozusagen durchzuarbeiten. Jeder Schritt nach oben im Funnel, wenn du von der einen auf die nächste Funnel-Stufe gehst: Da ist eine Sache extrem wichtig. Das eine ist zu verstehen, da sind wahrscheinlich andere KPIs, sprich Erfolgskennzahlen, die du eigentlich ins Auge fassen musst. Und es wird wahrscheinlich teurer, so wie du den Funnel raufgehst. Das heißt, wenn ich Kunden kriege ganz unten im Funnel, zum Beispiel über Search, die ohnehin schon nach dem Haarkosmetik-Produkt suchen, was ich verkaufe, die kriege ich dann. Der Pool, den ich da greifen kann, der ist relativ eng und klein.
Höhere Stufen, andere Kennzahlen
So, das heißt, wenn ich eben mehr Umsatz machen möchte, weil das meinen Unternehmenszielen entspricht, weil das meine ausgesprochene Strategie ist, mich sozusagen breiter aufzustellen, zu gucken, was man eben noch da an Kundenpotenzialen ausschöpfen kann, dann muss ich eine Stufe rauf. So, und dann gibt es Leute, die schauen sich vielleicht im Allgemeinen Haarprodukte an, und jetzt muss ich sagen: Mensch, innerhalb von Haarprodukten ist Haarkosmetik deswegen geil. Kauf dir lieber irgendwie nicht die teure Spülung, kauf lieber dieses Haarkosmetikprodukt. Mir fehlt ein bisschen ein Beispiel, was genau Haarkosmetik ist. Ich würde mir vorstellen, keine Ahnung, Haarfettmittel oder sowas.
Ja, so, und der Punkt ist, wenn ich quasi weggehe von den Kunden, die auf jeden Fall schon sehr nah an der Transaktion sind, eins rauf, wie auch immer ich das nenne, ich will wirklich kein Beispiel nennen, damit du auch nicht jetzt durch mich gedrängt wirst zu einem dieser Denkmodelle, dann muss ich eben verstehen, es werden andere Erfolgskennzahlen wichtig, und wahrscheinlich würden wir nämlich die durchschnittlichen Kundenakquisitionskosten erhöhen. Weil die Leute, die ich dann erreiche, sind weit von der Transaktion weg. Nichtsdestotrotz ist der Pool von Leuten viel, viel größer. Das heißt, ich kann potenziell viel mehr Umsatz machen, als wenn ich nur ganz unten im Funnel arbeite, wo ich diejenigen Leute abfische, die ohnehin schon das kaufen wollen.
So, und dann geht es noch eine Ebene höher, wenn wir mal sagen, drei Stufen macht bei so einem Haarkosmetik-Produkt Sinn, und dann geht es darum, zu sagen: Hier, keine Ahnung, warum Haarkosmetik-Produkte relevant sind, um dein Leben, deine Gesundheit und deine psychische Einstellung besser zu machen oder Gott weiß was. Dann ist man da eben in diesem Thema Bedürfnisse wecken. Wenn die Leute noch nicht mal dabei sind, zu erwägen, ob das was für sie sein könnte, sondern noch eins früher, wo sie sich erstmals damit beschäftigen können und sollen, was eigentlich Haarkosmetik ist.
So, und da sind dann auch wieder andere Kennzahlen. Das heißt, also in so einer Erwägungsphase, man sagt Consideration-Phase, kann auch irgendwie anders heißen, die erwägen dann sozusagen, ob das Produkt, was du anbietest, für sie relevant sein könnte. Da musst du über Vorteile sprechen. Da sind vielleicht Erfolgskennzahlen: Wie sehr beschäftigen sich die mit dem Produkt? Wenn ich eine gute Beschäftigung mit dem Produkt hinbekomme, dann habe ich schon einen guten Vorboten gemacht für das, was danach kommt, sprich der Kauf, und deswegen ist die Erfolgskennzahl aber nicht der Kauf, sondern wie sehr beschäftigen sie sich mit dem Produkt, wenn sie in dieser Phase sind und ich an die in dem Moment werbe.
Und noch eins höher, wenn man, keine Ahnung, sagt: Hier, der neueste Edge für die dauergelockten Haare ist blablabla, dann geht es darum, ob die erstmals einen Kontakt haben zu deinem Produkt und ob die dieses Produkt schon kennen. Dann geht es vielleicht in qualitative Sachen rein, dass man die Leute dann auch befragt, so hier beim Verlassen der Seite: Hatten Sie jemals schon gehört davon, dass es diese Haarkosmetik gibt, oder etwas in der Art? Dann geht es darum, dass man vielleicht eine Awareness abfragt für die Produktkategorie, die ihr anbietet, oder etwas in der Art. Und dann ist das die Kennzahl, nach der man aussteuert und wo man da eben sein Marketing nach macht. Aber wichtig ist, glaube ich, nicht zu kopflastig ranzugehen, irgendwas zu nehmen, womit man arbeiten kann, und sich dann eben den Funnel von unten nach oben arbeiten und immer wieder versuchen, testen und machen. Ich glaube, das ist ganz entscheidend, und dann klappt euer Haarkosmetik-Online-Shop ganz prima.
Lohnt es sich, für 1200 Produktbilder in meinem D2C-Shop beschreibende Dateinamen und Alt-Texte anzulegen, und wie teste ich das?
Ein D2C-Online-Shop führt rund 90 einzelne Produkte und etwa 30 Sets mit jeweils rund zehn Bildern pro Produktseite, insgesamt 1200 einzigartige Bilder. Die Dateinamen bestehen bisher aus Produktname und SKU. Offen ist, ob sich der Aufwand für beschreibende Dateinamen und Alt-Texte lohnt und wie groß ein Test in Produkten und Zeit sein müsste, um das beurteilen zu können.
Schöne Frage. Ich glaube, im Kern muss man schauen: Was macht man eigentlich mit diesen Fotos bzw. wo sind eigentlich diese Bildernamen relevant oder die Dateinamen oder die Alt-Texte? So, zum einen gibt es den Bereich der Suchmaschinenoptimierung. Da könnte das relevant sein, aber dann gibt es eben auch das Verkaufen auf verschiedenen Plattformen, aber es gibt eben auch den Bereich von Organic im Social-Media-Bereich, wo ich mir eben auch vorstellen könnte, dass diese Dinge eine Rolle spielen. So, wenn ich das richtig verstehe, ich glaube, die Sets sind ja eine Zusammenstellung von den 90 verschiedenen Produkten in irgendeiner Mischung. Dann sagt man hier, keine Ahnung, das ist das Weihnachtsset und das ist das Frühlingsset und das ist das Sommer-und-Sonne-Set und das ist das Einsteigerset und das ist das total ausgepimpte Set, was auch immer das genau heißt.
Automatisiert mit Sprachmodellen
Also ich glaube, der große Hebel ist in dem ganzen Thema nicht drin. Ich würde da nicht manuelle Zeit reininvestieren. Wenn ich etwas machen würde hier bei 1200 einzigartigen Bildern, dann würde ich eigentlich schauen, dass ich irgendwas Automatisiertes schaffe, denn für eigentlich alle Anwendungszwecke müsste das reichen. Und ich glaube, wo ich meinen Blick hinwenden würde, wäre eigentlich die schöne neue Welt der Sprachmodelle, sprich die Large Language Models, am bekanntesten darunter ChatGPT. So, und damit würde ich versuchen, was zu dichten, und was ich schon spannend fände, wäre eben, guten Content zu dichten, der den Inhalt der Bilder möglichst gut beschreibt, mit dem, was auch immer sozusagen diese Maschinchen da rausspucken können. Und ich würde eben gucken, dass ich irgendeinen guten Prompt zurechtteste anhand von zwei, drei von diesen Bildern und dass ich den dann versuche, wirklich über sämtliche Bilder drüberzuziehen.
Alt-Texte und breite Streuung
Und was ich dann machen würde, ist eigentlich, zu versuchen, diese Bilder auch ein bisschen breiter zu streuen, dass ich eben mal gucke, dass ich mal 100 von diesen Bildern bei Pinterest reinhaue und dann wieder zurückverlinke zu meinen Sets, dass ich diese Beschreibungen zu den Bildern, die ich dort verfasst habe, mal 100 davon Stück für Stück in Instagram reinlaufen lasse, organisch in meinen Feed, und eben gucke: Sind denn da bei diesen Beschreibungen Dinge drin, die die Leute wirklich ansprechen, die sonst vielleicht nicht auf meine Produkte gekommen wären? Ganz klar, wenn du da einen schönen Text zu jedem Bild hast, dann kann man die natürlich auch gut hinterlegen in deinem Online-Shop, sozusagen als Alt-Text vom Bild.
Der Alt-Text vom Bild, der ist ja da historisch aus zwei Gründen. Das eine ist, früher war das Netz so langsam, dass Bilder kaum kamen. Und dann, bevor das Bild eigentlich geladen hatte, konnte man schon den Alt-Text lesen und dann die Zeit überbrücken, um zu gucken, ob die Webseite den richtigen Inhalt hat. Und dann konnte man eben wissen: Mensch, auf diesem Bild wird dieser und jener Inhalt abgebildet sein. Das ist der eine Anwendungsfall, und der zweite Anwendungsfall ist für Leute, die Einschränkungen haben mit den Augen, dass eben, wenn denen ein Computer die Webseite vorliest, dass er eben auch das vorlesen kann, was eigentlich mit dem Bild gemeint ist. Aber Suchmaschinen nutzen sicherlich diese Angabe noch. Das heißt, es macht schon Sinn, die da zu hinterlegen. Aber ich würde eben gucken, dass man einmal was Smartes macht, einmal ein Prompt, einmal durchrattern lassen für alle Bilder und dann das Ganze eben möglichst breit versuchen zu nutzen.
Ich weiß nicht, ob man dann mit diesen Texten, da würde ich einfach mal gucken, was da rauskommt. Was werden da die süßen kleinen KIs wie ChatGPT und Co. rauswursten? Es gibt ja auch AI-Anwendungen, die dir beispielsweise den Inhalt von einem Bild mit Worten beschreiben. Das kann man nehmen und dann natürlich das anreichern mit den Produktdaten, die du hast, dann diese Sets, diese Zusammenstellung, die du gemacht hast. Die haben ja irgendeine Logik. Da würde ich eben gucken, dass ich der KI mitteile: Guck mal, das ist der Hintergrund der Logik. Versuch mir doch dazu eine blumige Beschreibung zu schreiben, die diese Produkte beinhaltet, und dann auch noch kombinieren mit dieser Beschreibung vom Bild.
So, und dann habe ich halt einen coolen Prozess. Den setze ich einmal auf. Das macht Sinn. Da hat man vielleicht einen Tag verbraten, und dann hat man eben geilen Content zu diesen 1200 Bildern, und dann muss man diesen lustigen, nützlichen Content eben möglichst vielfältig einsetzen, um zu schauen, wo man dann sagt: Mensch, das hat sich mehr als gelohnt. Ich hoffe, das gibt dir ein paar Ideen, und du findest da bei deinem Experiment etwas, was für dich total gut Sinn macht.