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Eine erfolgreiche Currywurstbude hat ihre Currysauce abfüllen lassen und will sie mit kleinem Budget online verkaufen. Am Fallbeispiel geht es Schritt für Schritt durch den Aufbau: Stammkunden im Laden als Multiplikatoren und Newsletter-Abonnenten gewinnen, lokale Gastro-Influencer zur Verkostung einladen und mit Short-Form-Videos und regionalen Ads eine glaubwürdige Story erzählen. Für den Sprung auf 20.000 Flaschen helfen statt Suchanzeigen eher Marktplätze wie Amazon, Limited Editions, indirekter Vertrieb über den Handel und Partnerschaften mit anderen lokalen Manufakturen.
Diese Fragen beantwortet die Folge
- Was sind die ersten Marketingschritte, um meine abgefüllte Currysauce online zu verkaufen?
- Wie komme ich mit meiner Reichweite aus dem Kiez heraus und bringe mehr Leute in meinen Laden?
- Wie skaliere ich mein Online-Geschäft mit der Currysauce, wenn 5.000 Flaschen weg sind und 20.000 neue bestellt sind?
- Was kann ich mit meiner Kundendatenbank anfangen, nachdem ich ein paar tausend Flaschen verschickt habe?
Es folgt das Transkript meiner Antworten aus der Folge. Der Text ist wörtlich, nur Füllwörter und Versprecher wurden entfernt. Die Ausgangslage zu jeder Frage ist vorab kurz zusammengefasst.
Was sind die ersten Marketingschritte, um meine abgefüllte Currysauce online zu verkaufen?
Eine erfolgreiche Currywurstbude hat ihre selbst entwickelte Currysauce in Flaschen abfüllen lassen, 5.000 Stück stehen im Laden. Ein kleiner Online-Shop läuft bereits stabil. Gesucht ist eine Checkliste mit den ersten sinnvollen Marketingschritten, um den Verkauf der Sauce ins Laufen zu bringen und erfolgreich umzusetzen.
Ich glaube, was eben schon gegeben ist, und da möchte ich dich loben für deine Currywurstbude, ist, dass du erstmal so einen Product-Market-Fit hast. Das heißt, du weißt ja schon, deine Soße kommt offensichtlich gut an, sonst würde es bei deinem Currypalast nicht so gut laufen. Also es läuft offensichtlich gut. Das heißt, du hast eine Bestätigung dafür, und der Grund ist wahrscheinlich eben die Soße. Die Vermutung liegt auch nah, das ist erstmal eine super gute Ausgangsposition. Und dann scheint es da jetzt eben auch sehr, sehr gut zu sein, das kriegt ja auch nicht jeder hin. Du scheinst eben vielseitiger talentiert zu sein. Das heißt, du bist anscheinend nicht nur fähig, eine gute Currywurstbude zu betreiben, sondern hast auch hingekriegt, das Ding irgendwie jetzt abfüllen zu lassen und produzieren zu lassen. Das ist auch erstmal eine super gute Ausgangsposition. Und du hast das richtige Mindset, dass du sagst: Okay, ich habe Bock, das irgendwie online zu machen oder zumindest zu gucken, was geht denn da.
Und was eben auch spannend ist, was eben für dich spricht und für deine Situation spricht: Die Currywurstbude ist natürlich nicht so skalierbar. Du hast halt die eine, und da passen nur so und so viele Leute rein. Wenn da eine Riesenschlange ist, da gibt es halt eben Grenzen des Wachstums. Und was eben spannend ist, und das gefällt mir an deinem Mindset vom Currypalast, ist eben, dass du sagst: Okay, ich suche eigentlich was Skalierbareres, und das repräsentiert diese Soße eigentlich. Und das ist erstmal eine ziemlich gute Idee, dort über Online-Marketing nachzudenken. So, und jetzt muss man eben überlegen: Bei Online-Marketing denken wir meistens über so zwei, drei Kernsachen nach. Die eine Sache ist: Woher holen wir Kunden ran, dass sie zu uns kommen? Und dann die zweite Seite ist: Was machen wir dann mit einem Kunden, wenn er bei uns ist? Das heißt, das Erste sind die Kundenakquisitionskanäle: Woher könnte ich Kunden zu mir holen? Und dann ist eben alles, was auf meiner Website passiert oder wo auch immer ich diese Transaktion mache.
Das könnte theoretisch auch sein, dass ich selber gar keinen Onlineshop mache, sondern die Sachen irgendwie bei Amazon einstelle und dann sage: Fulfill it by Amazon, die sollen die verschicken. Da muss man so ein bisschen überlegen, da hat man verschiedene Optionen, die alle auch nicht schwierig sind. Es gibt auch super einfache Shopsysteme für Einsteiger. Ich denke mal, die Sache würde ich mal so ein bisschen außen vor lassen, um es mal ein bisschen mehr auf die akquisitorische Seite zu bringen, wo es, glaube ich, spannender ist für die meisten Leute, darüber nachzudenken.
Ergänzung: Bislang stehen die Flaschen einfach an der Ladentheke, und jede einzelne verkaufte Flasche ist schon ein kleiner Erfolg.
Das ist erstmal auch ein super Anfang. Das scheint ja zu laufen. Wenn du jetzt da nicht die Selbstsicherheit hättest aus der Qualität deines Produkts, hättest du jetzt ja auch nicht da investiert, um diese 5.000 Flaschen herzustellen. So, ich glaube, was eben gut ist: Die Leute scheinen ja auf deinen Laden zu stehen. Die Leute, die ohnehin in deinen Laden kommen, einfach in dein Marketing mit einzubinden. Das heißt, ich würde eben gucken: Zum einen haben die vielleicht Reichweite, und kann ich die sozusagen mit ins Spiel bringen?
Das heißt, ich kann den Leuten ja sagen: Hey, hier, wenn du mir nachweisen kannst, dass du über 500 Insta-Follower hast und eine Story mit mir machst und mich taggst und irgendwie vertextest, dass du hier bei mir im Laden bist, dann kriegst du direkt 20 Prozent off, wenn du die Soße bei mir kaufst. Man könnte solche ganz, ganz einfachen Sachen machen. Man könnte das jetzt blumiger betiteln, um das sozusagen fachlich professionell erklingen zu lassen, man könnte von Online-Offline-Verknüpfung reden und so. Das geht aber auch teilweise eben mit so ganz einfachen Sachen, man muss einfach nur sozusagen geschickt drüber nachdenken. Ich glaube, das ist auf jeden Fall eine Sache, die würde ich machen.
Und das Zweite, was du machen kannst, ist zu sagen: Hey, hier, Leute, ich habe doch ganz viel vor im Currypalast, da kommen Riesendinge. Ich werde der Curryman der Welt. Und zu sagen: Hier, abonniert doch entweder meinen Telegram-Channel, das ist ja gerade en vogue, oder meinen WhatsApp-Newsletter oder meinen E-Mail-Newsletter, dass ich eben sagen kann: Hey, Freunde, da kommen noch riesengroße Sachen hier. Diese 5.000 Flaschen, das sind die ganz ersten Flaschen, das ist mein Drop. Da kommen richtig coole Sachen, die werden sehr exklusiv sein. Lasst euch informieren, wenn die kommen, dann könnt ihr vielleicht einige der Ersten oder einige der Einzigen sein, die diese besonderen Soßen von mir haben. Da gibt es dann Limited Editions und sonst was alles.
Das heißt, ich kann gucken, dass ich die Kunden, die ich ohnehin bei mir im Laden habe, versuche zu Stammkunden zu machen, die ich dann digital weiter bespielen kann. So, das sind zwei sehr, sehr gute erste Angriffspunkte, die jetzt auch nicht Raketenwissenschaft sind, sondern die eben niedrigschwellig sind. Also viele Leute kriegen das hin, würde ich sagen.
Zwischenstand: Die analogen Bestandskunden vor Ort sind also bereits eine Fangemeinde, die von sich aus Werbung für den Laden macht.
Du versuchst ja eigentlich, strukturiert mit der zu arbeiten. Das eine ist, dass du die Community wirklich aufbaust, weil in einem Laden sind immer nicht so viele gleichzeitig vor Ort, sondern du musst aus diesen vielen Einzelnen erstmal die Community bilden, dadurch, dass du sie in irgendeinen Kontaktpool reinholst, dass du sie dann eben gebündelt kontaktieren kannst.
Ergänzende Frage: welche Inhalte sich über einen WhatsApp- oder E-Mail-Newsletter spielen lassen, wenn auf Instagram bereits regelmäßig relevanter Content läuft.
Ich glaube, da muss man einfach kreativ sein. Also ich bin jetzt nicht Gastronom, aber kann ja sein, dass du sagst: Hier, heute habe ich irgendwie eine spezielle Lieferung. Ich bin jetzt irgendwie in Berlin ansässig, deswegen denke ich hier gerade: Habe eine exklusive Lieferung Gurken aus dem Spreewald bekommen, wer heute in die Currywurstbude kommt, der kriegt noch eine Gurke dazu oder so. Also irgendwelche Sonderaktionen, das muss auch, glaube ich, meistens keine große Sache sein. Oder: Ich mache hier gerade einen Test mit einer neuen Würzmischung, wollt ihr heute exklusiv einen Testlauf bei mir machen und mir sagen, wie es euch gefällt, oder so. Also ich glaube, man muss dann halt kreativ eng am Produkt dran sein und das Produkt auch lieben. Das kann man dann schwer als Außenstehender, als Fachmann dazugeben.
Aber ich glaube, wenn sich jemand damit beschäftigt, und du scheinst ja wirklich intelligent zu sein, dass du dir eben sagst: Okay, ich verkaufe nicht nur Currywürste, sondern was geht noch? Und ich glaube, wenn jemand so ein Mindset hat, der findet auch die kleinen Sachen, das müssen ja keine großen Sachen sein.
Die Leute sind ja offensichtlich wirklich Fan von deiner Bude, sie kommen auch wieder wahrscheinlich, sonst würde die ja nicht wachsen und gedeihen. Das heißt, die haben Interesse dran, und wenn du irgendwas machst, was dich interessiert, wird sich aus deiner Followerschaft, wenn du die gebündelt erreichen kannst, auch immer jemand finden, den das auch interessiert. Und ich glaube, das muss nichts Großes sein. Das kann halt irgendwie eine Gurke extra sein oder irgendwie eine neue Mischung an Wurst. Dann sagst du: Hier, ich teste neue Würste von dem und dem Metzger, und der erzählt, was er da gemacht hat, und dann sagst du: Hier, Leute, testet das mal, in den nächsten drei Tagen gibt es jetzt aber andere Würste als sonst. Sagt mir, was ihr davon haltet. Sind die besser oder schlechter als sonst? Kleine Kleinigkeit, kostet auch fast nichts. Aber es ist eine Idee, es ist ein Gespräch, es ist irgendwas, um sich zu beschäftigen. Die Leute, die wollen mit dir das Ding leben und erleben. Ich glaube, darum geht es.
Wie komme ich mit meiner Reichweite aus dem Kiez heraus und bringe mehr Leute in meinen Laden?
Der Laden läuft, die Stammkunden vor Ort wirken als Mikro-Influencer und bringen immer wieder neue Gäste mit. Nun soll die Reichweite über den eigenen Kiez hinausgehen, zunächst noch analog, damit mehr Leute in die Currywurstbude kommen.
Wenn wir Online-Marketing denken, ist das so ein bisschen wie in so einem Orchester. Das heißt, wir haben halt ganz viele verschiedene Instrumente zur Verfügung, und unsere verschiedenen Instrumente sind die verschiedenen Wege, wie wir Kunden akquirieren können. Wir haben jetzt quasi ein Beispiel, was wir uns rausgegriffen haben, einen hypothetischen Currypalast. Und ich mag übrigens das Branding, weil Palast, finde ich, das zeigt Attitüde. Das heißt, wir sind nicht nur irgendeine Butze, sondern: Hier kommt was Großes. Und das gefällt mir, das zeigt dieses Growth Mindset, was du an der Stelle hast, wie auch ja schon die produzierte Currysauce gezeigt hat. Ich glaube, welches Instrument dann das richtige ist, das kommt halt wirklich auf den Case darauf an. Wir sprechen jetzt über diesen.
Lokale Influencer als erste Anlaufgruppe
Das heißt, ich glaube, was ich am ehesten als Erstes machen würde, wäre jetzt mal zu gucken: Gibt es eigentlich so lokale Influencer? Es gibt zwar in jeder Stadt mittlerweile Influencer, die ganz, ganz viel über lokale Restaurants berichten. Die waren vielleicht schon bei dir. Und das sind aber auch die gleichen, die sich eben zum einen für Lokales interessieren und zum anderen für Gastronomie. So, und das ist natürlich jetzt noch nicht mein Online-Shopper und so weiter, aber es kann trotzdem sein, dass ich finde, deren Reichweite ist schon hochrelevant für dich. Dann würde ich denen sagen: Hier, ihr habt doch schon mal über meine Currywurstbude berichtet, kommt doch mal wieder vorbei, ich würde euch gerne hier eine Verkostung machen mit meiner Currysauce. Das wäre doch auf jeden Fall was.
Das heißt, ich würde gucken, erstens wäre es ganz, ganz hart und spitz auf dem Thema, was ich bearbeite: Sie sind ja regional, haben die gleiche Gruppe wie du, und die haben thematisch die gleiche Sache vorgedacht, also Gastro und eben lokal. Du bist wahrscheinlich in Hamburg ansässig, aber da wird es auch genügend geben, die hier Hamburger Restaurants besprechen. Das wäre meine erste Anlaufgruppe. Also Influencer, ganz, ganz spitz, erstmal mit denen arbeiten.
Und da kann es ja ratzfatz sein. Also in Berlin gibt es welche, die haben zigtausend Follower. Das heißt, wenn du 5.000 Flaschen produziert hast und du erwischst den richtigen Influencer, ist vielleicht die Hälfte der Charge weg, wenn du ein richtig gutes Angebot mit dem machst. Du kannst ja auch sagen: Hey, hier, du, weil du besonders groß bist, für dich gibt es noch einen Gutscheincode. Dann hast du dir irgendwie einen kleinen Shopify-Shop aufgesetzt, der funktioniert dann hoffentlich auch. Das sind ja meistens diese fertigen Shopsysteme, für so einen Case wie deinen ist das, glaube ich, reines Gold. Manche von den Homepage-Baukästen haben auch sowas mit dabei, das funktioniert sehr, sehr gut integriert. Und das heißt, es kann sein, dass vielleicht die zwei, drei Influencer, wenn du die richtigen erwischt hast, das schon total sind.
So, und dann, was man machen kann im Influencer-Marketing, und das ist, glaube ich, auch etwas, das kriegt halt auch jemand hin, der eben so eine Currywurstbude hat, dass er dann eben eine Kooperation mit einzelnen, konkreten Individuen hinhaut. Da würde ich jetzt noch keine Agentur dazwischenschalten, keine große übergeordnete Kampagne, sondern ich würde mir halt eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn, je nachdem, wie viele Relevante es da gibt, mit denen das erstmal durchrattern.
So, und wenn ich sage: Mensch, da sind aber immer noch Flaschen übrig, und ich glaube, da geht noch was, und ich habe irgendwie nicht ganz richtig gelegen, dann würde ich anfangen, mich von meinem ganz spitzen Ansatz ein Stück zu entfernen. Dann würde ich sagen: Okay, gibt es denn Leute, die machen Content über Hamburg, aber haben normalerweise nichts mit Gastro am Hut, sondern vielleicht über Unternehmer in Hamburg? Dann kannst du sagen: Ich bin doch Unternehmer in Hamburg, komm zu mir, ich zeige dir, was ich mache. Ich mache nicht nur Gastro, nö, ich mache jetzt auch noch Feinkosthandel oder so. Ich bin die Edel-Currysauce mit Gold, die halt hier an der Alster gegessen wird, die Currysaucenmanufaktur Hamburg von der Innenalster oder irgendwas.
Also ich würde dann anfangen, mich quasi in dem einen Element zu entfernen, und genauso kannst du überlegen, dich in die andere Richtung zu entfernen, dass du sagst: Okay, ich mache Leute, die irgendwas mit Gastro machen oder irgendwas mit Essen machen, aber eben halt vielleicht nicht so spitz in Hamburg sind, sondern vielleicht ein bisschen breiter, und was die da machen. Da gibt es ja so Accounts, wo jemand Döner testet in halb Deutschland. Da würde man jetzt mal gucken, was gibt es da. Der ist nicht regional spezifisch, aber der ist eben inhaltlich spezifisch auf dich. Ich glaube, das wäre etwas, das würde ich jedem zum Einsteigen auf jeden Fall mal empfehlen anzugucken, was man da hinkriegen kann. Ich glaube, das würde auf jeden Fall was sein.
Short-Form-Video und regionale Ads mit eigener Story
So, und das Zweite, was ich mir angucken würde, wäre auf jeden Fall: Ich glaube, es ist ja so ein bisschen visuell und auch ein bisschen erklärungsbedürftig, und was das Ding verkauft, ist sicherlich die Geschichte. Die Leute finden es interessant: Da ist jemand, der will was Neues probieren, der ist mutig, der traut sich was, der kommt von hier. Das heißt, ich würde wirklich überlegen, kann man nicht über die klassischen Plattformen irgendwie schönen Content, Short-Form-Video-Content quasi generieren. Im Idealfall kriegst du das auch noch hin neben deinen vielen anderen Talenten, oder du hast jemanden in deinem Umfeld, wo du Vertrauen hast, der kann das, so ein bisschen schön geshoteten Videocontent, hochkant natürlich. Und dann guckst du mal, ob du ein paar Ads schaltest über Instagram oder über TikTok, super regional spitz und auch erstmal mit der Storyline hier von Hamburg für Hamburg.
Du wirst jetzt kein Produkt erfinden. Also es gibt natürlich den Ansatz, ein Produkt zu erfinden, was es noch gar nicht gibt, dann sieht alles anders aus. Aber hier ist es ja so, wir reden jetzt über ein Produkt, das gibt es schon. Es ist ja nicht so, dass du die erste Currywurst Deutschlands oder der Welt erfindest. Das heißt, du musst jetzt überlegen: Okay, gibt es Sachen an mir, die anders oder besonders sind? Oder was könnte die Leute dazu bringen, meine Sauce zu kaufen statt all die anderen, die es vielleicht schon gibt im Supermarkt? Da gibt es vielleicht schon zehn Stück. So, warum deine? Dann sagst du: Ja, das ist aber hier die Alster-Sauce mit Gold obendrauf, das ist für uns edle Hamburger genau das Richtige, unterstützt uns. So, und dann wirbst du regional von Hamburgern für Hamburger oder so. Du musst halt irgendeinen Twist finden, irgendeine Story finden, die du auch glaubwürdig verkörpern kannst. Und das ist, glaube ich, ein guter erster Weg.
Wie skaliere ich mein Online-Geschäft mit der Currysauce, wenn 5.000 Flaschen weg sind und 20.000 neue bestellt sind?
Der Laden läuft sehr gut, die ersten 5.000 Flaschen sind in der Metropolregion Hamburg verkauft, auch Tagestouristen bestellen im Shopify-Shop nach. 20.000 weitere Flaschen sind bereits geordert. Jetzt soll das Online-Geschäft mit der Currysauce über die Region hinaus wachsen.
Es gibt manchmal so ein Stuck-in-the-Middle-Problem. Manche Sachen funktionieren sehr klein sehr gut und sehr groß sehr gut, aber dazwischen ist es gar nicht so einfach. Und ich glaube, da steckst du jetzt wahrscheinlich. Das kann ratzfatz passieren. So, wenn wir Online-Marketing denken, was sind denn die großen Kanäle? Die großen Kanäle, das ist meistens alles, was Meta ist, also sprich Facebook, Instagram, WhatsApp, schlag mich tot, oder TikTok. TikTok ist aber immer noch relativ klein, auch von dem Werbebudget, was da reinfließt, immer noch klein. Also so 80 Prozent des Geldes läuft schon über Google und Meta, wenn ich mal so tippen müsste.
Das heißt, die beiden großen Kanäle. Es ist einfach keine geile Idee, auf Currywurst Werbung zu schalten. Dafür müsste man dich einfach lieber irgendwie einmal, zweimal backpfeifen und wieder zurück an den Grill stecken. Das ist einfach keine geile Idee, auf Currywurst zu bieten. Es ist auch keine geile Idee, auf Feinkost aus Hamburg zu bieten. Auf solche Keyword-Search-Ads zu schalten, das streut zu sehr. Zu wenige von denen, die so einen Begriff suchen, möchten das, was du verkaufst. Du müsstest da enger dran.
Ergänzende Frage: ob Suchanzeigen auf breitere Begriffe wie Barbecue oder Grill-Liebhaber besser funktionieren würden als auf Currywurst.
Ich glaube immer noch, dass das Problem ist, wenn du in Search reingehst: Du musst ja immer überlegen, was die Leute möchten. Man kann dann erfolgreich Search Ads schalten, wenn die meisten, die diesen Begriff eingeben, mit dem zufrieden sind, was du eigentlich machst. So, und du musst jetzt überlegen: Wenn die Leute Barbecue-Soße eingeben, dann wollen die eine Auswahl, und du hast halt nur eine. Du kannst natürlich da Werbung schalten, aber es wird sich sehr unwahrscheinlich lohnen. Die werden das vielleicht klicken, aber es wird halt nicht konvertieren. Du musst die Leute ja quasi abbringen von dem Gedanken, den sie eigentlich haben. So: Kauf hier die einzige Barbecue-Soße aus Hamburg, kannst du vielleicht versuchen zu machen, aber die Frage ist, ob du 20.000 Flaschen so noch verkaufst. Du musst wahrscheinlich eigentlich einen anderen Twist finden, einen anderen Weg, um zu skalieren.
Wachstumsschmerzen und Marktplätze
Es ist sehr leicht einzusteigen und anzufangen, aber es ist immer so: Du hast halt immer wieder Wachstumsgrenzen, Wachstumsschmerzen, und dann musst du dein Orchester neu organisieren. Welche Instrumente sollten jetzt gerade spielen und wie? So, und das muss man sich immer wieder in den verschiedenen Wachstumsphasen neu überlegen. Das heißt, was ich wahrscheinlich angucken würde an deiner Stelle, ist: Kann ich das Ding vielleicht über Marktplätze steuern? Ist die Soße vielleicht so gut, dass ich die Leute überzeugt kriege, das mal bei Amazon zu kaufen? Dann kannst du den Leuten im Laden sagen: Hier, kauf mal bitte. Du gehst da zu Amazon, lässt deine Soße listen, und dann sagst du den Leuten im Laden: Hey, hier, du kriegst eine komplette Currywurst umsonst, wenn du beweisen kannst, dass du bei Amazon meine Currywurstsoße bestellt hast und dort auch bewertet hast. So einen Ansatz würde ich mal versuchen.
Also du musst halt gucken, dass du irgendwas Neues machst. Du wirst halt mit dem, was du machst, ein Grundrauschen hinkriegen. Das heißt, du würdest die 20.000 Flaschen mit dem Schema, was wir besprochen haben, wahrscheinlich verkaufen, es würde nur sehr lange dauern. So, und dafür musst du dir irgendwas Neues erschließen. Du musst irgendein neues Türchen aufmachen, irgendwie anders bearbeiten. Ich glaube, das ist halt immer ein bisschen auch forschen und experimentieren und versuchen.
Ergänzende Frage: ob auf einem Marktplatz wie Amazon der herausgearbeitete USP verloren geht, weil dort kaum zählt, ob es die beste Sauce aus Hamburg ist, und ob ein recht austauschbares Produkt mit vielen Mitbewerbern etwas Herausstechendes braucht, etwa die schärfste Sauce zu sein.
Brand statt austauschbares Produkt
Ich hoffe, deine Soße ist so besonders, dass keiner denken würde, dass das austauschbar wäre. Oder da kann man den Hamburger Hafen rausschmecken. Das kann ja vielleicht auch nur Geschichte sein, das kann ja auch vielleicht nur Brand sein. Du siehst ja schon immer wieder auch bei austauschbaren Produkten, dann gibt es halt den Gin aus Hamburg, den achten, und den dritten Wodka aus Hamburg. Da würdest du jetzt auch denken: Du, Wodka schmeckt jetzt gar nicht so unterschiedlich immer. Also es ist schon viel Branding und Marke.
Und was ja dein USP ist, und den muss man ja ausspielen, ist, dass du immer wieder frische, neue Leute in deinem Laden hast. Und die sind ja committed zu dir, die mögen dich ja. So, das heißt, du kannst halt eben da eine Aktion fahren, die vielleicht jemand anderes, der nur Online-Marke ist, gar nicht so leicht fahren kann. Das heißt, du kannst vielleicht dafür sorgen, dass du jeden Tag drei super Bewertungen deiner Currysoße bei Amazon kriegst. Ich weiß nicht, ob das jede Currysoße so hinkriegt. Und dann kannst du sagen: Okay, das ist die besondere, keine Ahnung, Kiez-Edition, die ist halt besonders punkig designt oder sowas. Oder das ist die, keine Ahnung, Reggae-Edition meiner Soße, und die ist rot-gelb-grün designt, und die gibt es halt nur 1.000 Flaschen, Limited Edition. Also du musst halt irgendeine Geschichte erfinden, und die gibt es dann nur dort. Also du musst halt immer wieder so ein bisschen neuen Twist, neuen Anfang suchen.
Ergänzender Gedanke: derselbe Mechanismus wie beim Instagram-Post, nur dass es die 20 Prozent Rabatt jetzt für eine Amazon- oder Google-Bewertung gibt.
Du musst ja auch nicht sagen, dass die gut bewerten, sondern du sagst einfach nur, dass die bewerten. Aber dadurch, dass du weißt, das sind Fans, weißt du eh schon, was rauskommt, und das ist halt relativ dankbar. Die wollen dir Gutes tun, die freuen sich, wenn du dich freust, die verfolgen dein Schicksal mit, die sehen, dass sie dein Schicksal positiv beeinflussen, sie freuen sich. Insofern ist es ein Win-Win-Win in alle Richtungen im besten Case. Und das ist jetzt nur ein Beispiel, wie das gehen könnte. Das könnte natürlich auch, wenn man es offliniger denkt, das könnte auch der lokale Biomarkt sein. Da machst du halt die Bio-Edition von einer Currysoße, die besonders nachhaltig ist, oder die vegane Version deiner Soße für den lokalen Vegane-Spezialitäten-Laden. Also man kann das breiter gehen. Man kann auch sagen, man geht zu irgendwelchen Händlern.
Indirekter Vertrieb als nächster Schritt
Also dass man das als Hersteller so D2C macht, also D2C nennt man das Geschäft, wo man sagt Direct to Consumer, dass man das jetzt mit so einem ganz spitzen Produkt macht, ist eher selten. In der Regel würde man sagen, eher als Hersteller, es ist häufiger so, man baut eine Marke auf, und dann vertreibt man über den Handel. Und hier ist es vielleicht so, dadurch, dass du eben diese coole Basis hast, dass man dann so einen Start macht, dass man eben auch selbst vertreibt. Aber man müsste eigentlich auch über indirekten Vertrieb nachdenken, das wäre eigentlich der nächste Schritt.
Und dann muss man eben gucken, wenn man in den indirekten Vertrieb einsteigt, was kann man denn dann machen, damit deine Soße dort gut läuft. Vielleicht kannst du auch eine Verkostung irgendwo machen oder so, oder du machst einen Pop-up-Store, keine Ahnung wo. Und dann bewirbst du diesen Pop-up-Store wieder als Story und sagst: Okay, beim Pop-up-Store, da gibt es jetzt halt diese Sonderaktion, deswegen macht es Sinn, da hinzukommen. So, dann Community, da sind die ersten 100 Leute, und wenn da 100 Leute sind, gucken alle anderen Leute: Warum sind da die vielen Leute? Und kommen dann da hin. Und daraus kreierst du dann wieder Content, den du wieder zurückspielen kannst. Das feuert dir die Community an. Dann kannst du so ein bisschen so ein sich selbst beschleunigendes Etwas da kreieren, im besten Fall, wenn alles gut läuft.
Ergänzender Gedanke: Der indirekte Vertrieb über lokale Partner erinnert an die Craft-Beer-Szene, in der die lokale Brauerei im Edeka um die Ecke steht und mit auffälligem Packaging auf sich aufmerksam macht.
Warum nicht? Wie gesagt, es gibt ja schon Currysoßen, es gibt ja auch schon Craft Beer, es gibt auch den achten Gin aus Hamburg und Berlin. Also woran unterscheiden die sich? Das ist die Brand. Vielleicht bist du da drauf, oder vielleicht ist da, keine Ahnung, irgendeine Message drauf, oder vielleicht gibt es da jeden Monat eine andere Message drauf, und irgendwie die Marke, die du repräsentierst. Das kann sich geschmacklich unterscheiden, klar, eine schöne Spielart, oder zu sagen: Hier, besonders, keine Ahnung, karibische Gewürze oder so, die Karibische-Gewürze-Edition.
Das heißt, es kann sich vom Produkt unterscheiden, aber es kann auch sein, dass du eben eine Marke kreierst, die halt für was Bestimmtes steht, und da kannst du quasi immer was Neues obendrauf setzen. Da gibt es ja hier aus Hamburg auch schöne Beispiele mit der Fritz-Kola oder so, die halt immer schöne Geschichten machen um ihre Marke. Aber wahrscheinlich würde ich erstmal gucken, um nicht in dieses Loch in der Mitte zu fallen beim Wachstum, würde ich auf jeden Fall, wo ich so eine Brand kreiere, in jedem Fall über indirekten Vertrieb nachdenken, zu gucken, wie kann ich mich da so ein bisschen breiter aufstellen. Und dann muss man eben eine Story stricken, die breiter ist als nur Hamburg.
Ergänzende Frage: ob Bundles mit einem Partner sinnvoll sind, dessen Produkte gut zur Currysauce passen.
Bundles, Logistik und eine wiederholbare Story
Super, würde ich auf jeden Fall machen. Die Frage ist, wie kriegst du das abgewickelt? Also heißt das, dass der andere dann irgendwie eine weitere Order bekommt, oder muss der deine Produkte nehmen, du nimmst seine Produkte, und wie kompliziert macht das dein Pick and Pack? Ist ja sowieso nicht so einfach, wenn du eine Glasflasche mit Flüssigkeit verschickst, die ist schwer und zerbrechlich sozusagen. Die Logistikkosten bei dem Produkt, was du dir ausgedacht hast, die sind schon nicht ohne. Das heißt, du musst eh so ein bisschen premium preisen, damit die Logistikkosten da überhaupt noch funktionieren, und es muss eine pfiffige Verpackung sein, damit diese Soße auch noch heil ankommt. Also du musst dir da schon ein paar gute Gedanken noch machen. Aber steht ja außer Frage, das ist die beste Soße, die ist natürlich auch wert, da irgendwie, keine Ahnung, zehn Euro dafür auszugeben und nochmal vier Euro für Porto und Verpackung.
Und dann gibt es vielleicht auch noch irgendeinen Incentive, wie man dann quasi das, was wir besprochen haben, was man im Laden machen würde, wie man das noch verlängern kann über die Soßen, die du verschickst. Dass die Leute vielleicht sagen: Hier, keine Ahnung, aus jeder neuen Stadt, aus der mich ein Video erreicht, wo meine Soße gegessen wird, da gibt es dann nochmal das und das dazu, keine Ahnung, dann schicke ich dir nochmal zwei tiefgekühlte Würste oder so. Also versuchen, dass die Leute über Instagram immer wieder neuen Content schicken und publishen, wo sie in immer neuen Städten deine Soße essen oder so. Man muss halt irgendeine Basis für so eine Story legen, die man häufig, häufig, häufig wiederholen kann.
Man sieht ja bei Social Media, was viral geht, da gibt es ja so Schemata, und das, was am häufigsten wiederkommt, finde ich, ist dann: Tag so und so viel von so und so viel, wie man das und das macht. Also immer diese Dinge, die sich immer wieder wiederholen, irgendwas, was man wiederholen kann. Und ich glaube, das mit Community-basiert, wenn du ohnehin schon schaffst, deine Offline-Community da so ein bisschen nach online zu ziehen, das ist schon denkbar.
Was kann ich mit meiner Kundendatenbank anfangen, nachdem ich ein paar tausend Flaschen verschickt habe?
Ein paar tausend Flaschen sind inzwischen online verkauft und verschickt, die E-Mail-Adressen der Käufer liegen in einer Kundendatenbank. Ziel bleibt ein größeres Online-Geschäft. Offen ist, wie sich diese bestehenden Kontakte jetzt sinnvoll nutzen lassen.
Ich würde auf jeden Fall immer noch mal gucken: Was gibt es da Pfiffiges sozusagen lokal? Also wer macht vielleicht lokal was im ähnlichen Bereich? Was gibt es für andere Spezialitäten aus Hamburg? Wie machen die ihr Marketing, und damit versuchen, sich gegenseitig zu bewerben? Das können ganz simple Sachen sein, wie gegenseitig Paketbeileger machen oder halt vielleicht auch einander gegenseitig Produkte verkaufen. Ich würde auf jeden Fall gucken, wer hat einen ähnlichen Hustle wie ich, und gucken, dass man da eben zusammen mehr ist als nur allein. Ich glaube, das ist auf jeden Fall eine Maßnahme.
Das Zweite ist natürlich zu gucken: Okay, was sind denn eigentlich Produkte, die so ähnlich sind? Oder was sind Product Extensions, die ich machen kann? Wie kann ich mein Produktportfolio erweitern, damit ich aus dem bestehenden Kontakt mehr rausholen kann? Dann mache ich die klein, mittel, groß. Dann mache ich die scharf, mild und, keine Ahnung, exotisch gewürzt. Also ich mache einfach verschiedene Versionen meiner Soße, damit ich dann eben mit meinem Bestandskunden mehr raushole.
Und ich kann auch immer irgendwelche sozusagen Word-of-Mouth-Mittel machen, im Sinne von Kunden werben Kunden, zu gucken, was gibt es denn dafür interessante Sachen. Wer kann den Leuten einen Gutscheincode geben, und wenn der eingelöst wird, dann kriegen sie einen Gutschein, 50 Prozent off. So, dann hast du deine Kundendatenbank. Du willst ja deine Kundendatenbank möglichst zügig erweitern, weil letztendlich ist das die Basis, auf der du arbeitest. Und du kannst natürlich immer, wenn du eine neue Soße erfunden hast oder einen Limited-Edition-Drop von der Currysoße, dann gibt es halt irgendwie eine E-Mail oder eine Push Notification oder eine WhatsApp- oder Telegram-Nachricht, und dann geht es weiter mit dem Soßenimperium vom Soßenpalast.
Abschließende Frage: welches der dümmste Fehler wäre, den der Currypalast beim Marketing seiner Currysauce machen könnte.
Ich glaube, auf jeden Fall ein großes Banner auf spiegel.de schalten. Da packe ich dich am Kragen, schüttel dich und rüttel dich und sage: Nein.