Corporate Influencing, Werbebudgets & Kindermarketing

AskAndre-Folge vom 22. Januar 2024, nur als Audio erschienen

Nur Audio

Wie ein Unternehmen auf LinkedIn Reichweite aufbaut, obwohl Personen dort organisch mehr Sichtbarkeit bekommen als Unternehmensseiten, und warum Likes, Kommentare und Verlinkungen der Mitarbeiter mehr bringen als kopierte Beiträge auf privaten Profilen. Außerdem, wovon das Startbudget eines Online-Shops abhängt: Geschäftsziel, Wiederkäufe, Wettbewerb und Warenkorb, mit dem Rat, zunächst einen einzigen Kanal zu bespielen und in drei bis sechs Monaten belastbare Zahlen zu sammeln. Zum Schluss Kindermarketing für einen Indoor-Freizeitpark: getrennte Bereiche für Eltern und Kinder, YouTube, regionale Influencer und Call-to-Actions, die Kinder zum Gespräch mit den Eltern anregen.

Es folgt das Transkript meiner Antworten aus der Folge. Der Text ist wörtlich, nur Füllwörter und Versprecher wurden entfernt. Die Ausgangslage zu jeder Frage ist vorab kurz zusammengefasst.

Ist es der beste Weg, wenn Mitarbeiter Beiträge unserer LinkedIn-Unternehmensseite anpassen und als eigene Posts veröffentlichen?

Ein Unternehmen veröffentlicht Beiträge über seine LinkedIn-Unternehmensseite und stellt diese Inhalte den Mitarbeitern zur Verfügung, damit diese sie anpassen und über ihre persönlichen Profile weiterverbreiten. Offen ist, ob das der beste Umgang mit Unternehmenscontent auf LinkedIn ist und worauf dabei zu achten ist.

Du sprichst hier ein ganz klassisches Dilemma, vor dem Unternehmen bei LinkedIn stehen, eigentlich ganz gut an. Und es gibt quasi eine Kernherausforderung in meinen Augen. LinkedIn ist so gebaut, und aktuell, bis auf Weiteres, wird es wahrscheinlich so bleiben, weil das einfach im opportunistischen Sinne des Unternehmens LinkedIn ist, dass Personen eigentlich mehr organische Reichweite bekommen als Unternehmen. Ich denke, dass es relativ klar ist aus LinkedIn-Perspektive: Menschen folgen am liebsten Menschen, und Menschen wechseln halt eben auch leider Unternehmen. Und wenn ein Unternehmen Reichweite haben möchte und, sprich, ganz klar ein kommerzielles Interesse verfolgt durch das Posten des Contents, was da rausgeht, dann kann es doch gerne auch dafür zahlen. Und da kann man eben auch LinkedIn verstehen, dass sie das im Wesentlichen möchten.

Interessenkonflikt zwischen Unternehmen und Mitarbeitern

Das heißt, wenn quasi die Beiträge, die ihr da habt, über einen Mitarbeiter laufen würden, würden die wahrscheinlich über die Zeit viel mehr Reichweite akkumulieren. Aber die Kernherausforderung ist und bleibt: Was, wenn dieser Mitarbeiter das Unternehmen wechselt oder sich eben halt entscheidet, auch komplett anderen Content zu posten, weil ihn das eben auch interessiert? So, und da kommt eben, wie gesagt, dieser Interessenkonflikt zwischen zum einen dem Unternehmen selbst als abstraktes Ding und eben den Mitarbeitern des Unternehmens. Irgendwo muss man sozusagen da abwägen. Im Sinne des Unternehmens als Abstraktes wäre es in jedem Fall, wenn man halt eben die Reichweite der Unternehmensseite ausbaut. Aber auf der Mitarbeiterebene würde es besser gehen. Aber der Mitarbeiter und das Unternehmen haben halt eben nicht immer die gleichen Ziele. So, in dieser Zwickmühle steckt man nun mal.

So, ich glaube, wenn man jetzt mal hart im Sinne des Unternehmens denkt und das ausspricht: Das Beste wäre aus Unternehmenssicht, wenn die Mitarbeiter den Beitrag, den das Unternehmen einmal publiziert hat auf der Unternehmensseite, wenn die den liken, sharen, kommentieren und da interagieren und mitdiskutieren. Ja, weil ein Share und auch ein Kommentieren eines Unternehmensposts, die tauchen ohnehin auf in den Feeds der Leute, die den Mitarbeitern folgen. Das heißt, dein Unternehmen, Firma M, die publiziert was, dann der Mitarbeiter Norbert, der kommentiert dort, und alle Leute, die connected sind mit dem Norbert, die werden in LinkedIn, wenn sie genügend rumscrollen und auch sonst gerne interagieren mit dem Norbert, die werden dann eben auch sehen, dass der Norbert da interagiert hat mit dem Unternehmenscontent, und werden das eben auch ausgespielt bekommen. Das wäre sozusagen aus Unternehmenssicht das Beste.

Das könnte aber immer noch sein, auf das Kurzfristige geschaut, dass der gleiche Beitrag bei einem Mitarbeiter mehr Reichweite gezogen hätte. Aber wenn man sagt, man möchte aber die Reichweite beim Unternehmen aufbauen, weil das ist das, was verlässlich ist und immer da bleibt, dann kann man das eben auch anders machen. So. Und dann ist eben die Frage: Wie motiviert man die eigenen Mitarbeiter dazu, da in LinkedIn mitzuspielen, das LinkedIn-Game, wie spielerische Leute heutzutage gerne sagen möchten? Und das ist sozusagen eine Herausforderung an sich.

Mitarbeiter motivieren und sichtbar machen

Ich glaube, du hast ja nur zwei Stellhebel. Man kann eben sagen, dass man diejenigen lobt und vielleicht sogar auch belohnt, die besonders stark interagieren bei den Unternehmensbeiträgen, und diejenigen, die das gar nicht machen, vielleicht kann man die auch fragen nach Gründen, warum sie das nicht tun, um dann eben zu schauen, was man besser machen kann bei den LinkedIn-Beiträgen, die man spielt als Unternehmen, damit man auch die Leute mitzieht, die vielleicht das Ganze noch nicht unterstützen und anfeuern. Vielleicht haben die ja auch Content-Ideen oder andere Themen, die sie dort spielen möchten, was eben auch trotzdem im Sinne des Unternehmens ist. So, und man könnte auch dann überlegen, diese als Moderatoren oder Diskussionsteilnehmer oder Diskussionsanheizer, wenn man es ein bisschen reißerischer gern hätte, ob man die nicht incentiviert, wenn man sagt: Hier, LinkedIn-Mitarbeiter des Monats oder sowas in der Art, das kann man auf jeden Fall auch überlegen.

Und man könnte auch überlegen, ob man die Mitarbeiter, die den guten Content oder vielleicht gute Content-Ideen haben oder den Content auch irgendwie ausarbeiten oder kommentieren oder reflektieren aus einer bestimmten Brille, ob man diese Mitarbeiter nicht auch in den Mittelpunkt rückt auf der Unternehmensseite, dass das eben auch persönlicher wird, dass dann eben nochmal neben den offiziellen Artikeln des Unternehmens auch nochmal Stellungnahmen oder Positionspapiere, jetzt mal übertrieben gesagt, fast eine Politik, das ist es aber nicht, aber eben halt Statements von den Mitarbeitern oder sogar auch Interviews mit den Mitarbeitern, ob man die nicht auch nochmal auf die Unternehmensseite bringt, damit die eben persönlicher wird, weil das ist das, was eben der LinkedIn-Algorithmus aktuell gut findet.

So, und was man eben auch machen sollte, was sicherlich auch hilft: wenn beim Unternehmenspost, sozusagen dem Content, der dort live geht, wenn man dort Mitarbeiter verlinkt. Man kann ja, wenn man ein At-Zeichen benutzt und dann den Namen tippt, dann kann man ja die Mitarbeiter verlinken und die benennen und auch eben in den Vordergrund rücken. Da merkt man eben auch, dass sofort die Leute, wenn dort mehrere Leute quasi angepingt werden, hey, hier ist dieser Content, sagt doch mal deine Meinung, Peter, Karl und Mäxchen, dann diskutieren die auch direkt mit, sind auch verlinkt. Das ist natürlich auch ein persönlicher Incentive für die Leute, sich dort sichtbar zu machen und bemerkbar zu machen. Ich glaube, das ist in jedem Fall auch ganz hinreichend gut.

Gegenposition Personal Branding

Es gibt aber auch durchaus, lesbar im Interwebs, eine ordentliche Gegenposition zu der Meinung, die ich hier vertrete. Ich, wie gesagt, glaube, und so habe ich auch deine Frage verstanden, dass es hier wirklich viel um die Perspektive des Unternehmens geht. Wenn du dir die Leute anguckst, die sich im LinkedIn-Marketing-Kosmos tummeln, da gibt es ja ganz viel diese Fraktion, die sagen, dass ganz, ganz viel über Personal Branding funktioniert. Die würde eben sagen: Hier, du, bei LinkedIn vor allem Personen ziehen, du als Person musst dich hier als Marke aufbauen. Und ich verstehe auch, dass es opportunistisch für die Personen das Richtige ist. Aber wenn, sagen wir mal, die Überlappung der Interessen der Personen und des Unternehmens nicht so groß ist, dann, finde ich, ist das eben auch nicht ganz so relevant.

Wenn jetzt aber, sagen wir mal, das eine kleinere Firma ist und ein Gesellschafter, der auch Geschäftsführer ist, der postet viel über seine Person, da ist es quasi auch klar, dass diese Person immer fast gleichzusetzen sein wird mit dem Unternehmen. Dann würde ich sozusagen diesem Rat folgen und sagen: Hey, okay, es macht Sinn, den Geschäftsführer da als Marke auf- und auszubauen, weil der immer gleichbedeutend sein wird mit dem Unternehmen. Da sind die gleichen Interessen im Spiel, und dann macht man sich das eben sozusagen zunutze.

Aber es gibt ja genügend Unternehmen, wo es eben nicht so einfach der Fall ist. Und insofern: Diese hochgradige Verherrlichung und ausschließliche Ausrichtung auf ein Personal Branding im Kontext von LinkedIn, die finde ich zu einengend und meiner Meinung nach auch nicht immer im Sinne der Unternehmen selbst, sondern vornehmlich im Interesse der Leute, deren Personal Brand dann aufgebaut wird. Und ich habe da einfach ein bisschen gemischte Gefühle und sehe eben den Hype um das Thema zum einen als nachvollziehbar, aber zum anderen eben nicht als Heiligen Gral und als Heilsmittel für alle Anwendungszwecke. Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen, eure Strategie und euer Game und eure Reichweite auf LinkedIn auf die nächste Ebene zu bringen.

Welches Werbebudget pro Monat ist zum Start eines Online-Shops realistisch und wie verteile ich es auf die Kanäle?

Ein Online-Shop steht am Anfang. Gesucht sind ein realistisches monatliches Werbebudget, eine sinnvolle Verteilung auf die Kanäle sowie eine Einschätzung, nach welchem Zeitraum sich ein Return on Ad Spend zeigt und wie viel investiert werden muss, damit sich ein verlässlicher ROI Monat für Monat verfolgen lässt.

Danke für deine Frage. Es ist super schwer, diese Frage pauschal zu beantworten. Ich glaube, ich gebe dir am besten ein paar Gedankenstützen, worüber man eigentlich nachdenken muss und welche Tendenz das dann auslöst. Und dann kannst du dich selber so ein bisschen rantasten, wo die Wahrheit sein könnte.

Geschäftsziel und Strategie

Also, am Anfang muss man erstmal fragen: Was ist denn eigentlich dein Ziel bzw. deine Strategie mit dem Shop? Ist das ein Shop, der möglichst früh Gewinne erwirtschaften soll, oder ist es ein Shop, wo du sagst: Nee, hier, ich habe was zur Seite gelegt, das Ding soll möglichst schnell auf eine gewisse Flughöhe kommen, weil ich habe gewisse Fixkosten, die ich decken muss, was weiß ich was. Du hast Lagerkosten von 5.000 Euro pro Monat, und damit die sich gut tragen, brauchst du unbedingt einen Umsatz von mindestens 50.000, vorher bist du tief in den roten Zahlen. So, wenn man sozusagen so einen Kostenblock hat, über den man hinwegwirtschaften muss, dann schaut man am Anfang natürlich nicht, zu welchen Kosten kriege ich die Bestellung, sondern ich gucke erstmal einfach nur, dass ich Menge an Bestellungen reinkriege, weil ich da erstmal über ein Ding hinwegschwappen muss.

Oder die andere Seite ist: Ich habe einen Shop, wo ich weiß, hey, ich habe da ein innovatives Produkt, ich möchte den langsam wachsen lassen, ich habe da keine Eile, Wettbewerbsumfeld ist total sanft, ich habe da einen gewissen Winkel, den wird mir so schnell keiner wegnehmen. Ich habe Zeit, dann kann ich halt sehr viel vorsichtiger arbeiten. Das heißt, deine Geschäftsziele oder deine Geschäftsstrategie, die sind erst mal sozusagen eine erste Kernfragestellung. Ist das ein Side-Hustle, dann eher langsam. Soll das das nächste Venture-Capital-finanzierte Ding werden, dann ist halt Wachstumsgeschwindigkeit ganz, ganz weit vorne.

Produkt, Wiederkäufe und Wettbewerb

So, dann ist die zweite Kernfrage: Was für Produkte verkaufst du eigentlich, oder was für Dienstleistungen verkaufst du eigentlich? Ist das etwas, was selten gekauft wird? Ich sage mal, du verkaufst Matratzen. Dann musst du eigentlich schauen, dass du bei der ersten Transaktion mit dem Kunden sofort profitabel bist. Das heißt, du verkaufst eine Matratze für 500 Euro, du hast daran 200 Euro Marge, dann darfst du auf gar keinen Fall mehr als 200 Euro für die Kundenakquisition für den eigentlichen Sale ausgeben. Alles andere ist nice to have, aber man darf jetzt nicht damit rechnen, dass die Leute bald eine Matratze wieder kaufen. Gehen wir ans andere Ende des Spektrums: Du verkaufst ein Abo, und die Leute bleiben da deiner Einschätzung nach mindestens zwei Jahre dabei. Dann kannst du natürlich eine ganze Menge mehr ausgeben als das, was du in den ersten paar Monaten mit der Person verdienst. Denn du weißt, die Person, die dabei bleibt, bleibt dann zwei Jahre, drei Jahre, vier Jahre dabei.

So. Das heißt, ein ganz großer Faktor ist eben: Was bietest du eigentlich an, und kannst du quasi damit rechnen, dass es Wiederkäufe geben wird? Wir reden ja häufig über so etwas wie einen Kundenlebenswert. Das heißt, was wirst du mit dem Kunden über seine Lebenszeit hinweg verdienen? So, und dann kommt es eben auf die Nische, auf die Branche darauf an, in der du arbeiten willst. Gibt es dort eben Wiederkäufe, oder ist es eben so, dass du eigentlich von einem einmaligen Kauferlebnis eigentlich schon cashflowpositiv sein musst? So, dann ist auch die Frage: Was macht eigentlich der Wettbewerb? Ist da viel Wettbewerb? Dann ist es oft so, dass man eben gucken muss, dass man die Werbekosten, es ist gar nicht so leicht, die wieder reinzuverdienen. Wenn da aggressiv im Wettbewerbsumfeld geboten wird, dann ist es eben schwer, überhaupt an Leute ranzukommen und eben überhaupt was mit denen zu verdienen. Wie ist da deine Situation im Markt?

Kanalwahl: Bedürfnis wecken oder Bedürfnis decken

Im Prinzip auch nochmal zurück zum Thema: Welches Produkt verkaufst du eigentlich? Das Produkt diktiert auch so ein bisschen, welche Kanäle gesteuert werden können. Das heißt, um das Spektrum aufzumachen: Auf der einen Seite gibt es eben Bedürfnis wecken. Das heißt, du hast ein total innovatives Produkt, dann musst du Leute erstmal auf die Idee bringen, dieses Produkt haben zu wollen. Dann wird es sicherlich eher sowas wie Social Ads sein, was du bedienst, weil du dort eben Bedürfnisse einfach wecken kannst, und wenn dann die Kaufentscheidung, sagen wir mal das Invest, um dieses Produkt zu kaufen, nicht zu groß ist, ich sage mal unter 100 Euro, dann kann das eben zu schönen Spontankäufen führen. Anders, als wenn du ein Produkt hast, was vielleicht gar nicht so innovativ ist, aber dafür vielleicht ein Preis- und Qualitätsführer sein kann, das wird schon viel gesucht, dann wird wahrscheinlich Google Ads dein Weg sein.

So, das heißt, wenn man über diese Kanalthematik nachdenkt, die du ja auch gefragt hast, da ist eben ganz, ganz klar, dass viel auch vom Produkt und vom Wettbewerbsumfeld diktiert wird. Mein Gefühl wäre: Am Anfang würde ich wahrscheinlich erst mal nur mit einem Kanal anfangen, typischerweise einem der großen, sprich Social Ads, also Paid-Werbung im Umfeld von Meta, sprich TikTok, Instagram, Facebook, sowas in der Richtung, je nachdem, was deine Altersklasse so ist, oder eben Search Ads. Also wahrscheinlich meistens bist du bei Google und bei Bing.

Genau, dann ist eben die Frage, was du eben sehen musst. Ich weiß nicht, wie gut der Shop aufgesetzt wird, den du dort betreibst. Ich hoffe mal, wenn du nicht so erfahren bist, und die Frage ist so allgemein, dass ich das annehmen darf, dann würde ich mal denken, du nimmst halt irgendwie ein fertiges Shopware oder irgendeinen fertigen Online-Shop, den es als Software as a Service ja im Netz vielfach gibt. Das heißt, dort werden hoffentlich die Conversions einigermaßen solide sein, weil einfach das, was als Best Practice dort implementiert ist, in jedem Fall mal gut funktioniert.

Testvolumen und der Hebel zwischen Wachstum und Gewinn

Was man sehen muss: Wenn man Online-Marketing und Performance-Marketing macht, sind ja die meisten Werbesysteme gebotsbasiert. Und diese Gebotsbasiertheit, um das entweder händisch oder von einem Algorithmus der großen Plattform optimieren zu lassen, brauchst du bestimmte Fallzahlen. Das heißt, um jetzt sehen zu können, Mensch, dieses Keyword konvertiert gut oder nicht gut, musst du einfach eine Menge von Fällen kreieren, wo du eben Werbung über dieses eine Keyword reingeworben hast, damit du dann sagen kannst: Hey, das passt eher nicht und das passt eher schon. Das heißt, was du eben nicht verschätzen darfst: Es braucht eine gewisse Menge Volumen auf entweder einer bestimmten Zielgruppe, mit einem bestimmten Werbemedium, mit einem bestimmten Targeting, wenn du auf Social gehst, oder, wenn du auf Search gehst, mit einem bestimmten Keyword und einer bestimmten Kampagnenart, damit du da überhaupt verlässliche Informationen bekommst, ob dieses Testbudget erfolgreich sozusagen investiert wurde oder nicht.

Und dann kannst du dich eigentlich erst rantasten, um zu gucken, wenn du ein paar Experimente gemacht hast, dann auf dem ersten Kanal, den du beackerst, dass du dich dann einpendelst auf irgendwelche Kampagnen und Werbearten, die funktionieren, und darauf fängst du dann an, den ROI zu optimieren, was du eigentlich schon immer versuchst. Wie gesagt, bei vielen Produkten, wo es geht, versucht man, beim ersten oder zweiten Kauf positiv zu werden. Aber es gibt eben auch reichlich Produkte, wo man eben weiß, wenn die Kunden erstmal da sind, dann bleiben sie dabei. Dann investiert man dort teilweise das, was man in neun oder zwölf oder 18 Monaten mit dem Kunden verdienen würde, weil man weiß, die Kunden bleiben noch weiter dabei. Das heißt, wann man wie viel Gewinn macht, das ist immer ein Abwägen. Das heißt, du kannst entweder schnell wachsen, machst dafür weniger Gewinn, oder du machst mehr Gewinn, aber dafür wächst du nicht so schnell. Und wo dieser Schalter für dich richtig angelegt ist, das ist eine Sache, die findet man mit der Zeit raus.

Am Anfang ist es oft so, man macht viele Testballons, das heißt, da ist viel Budget, wird auch ineffizient laufen, und dann dampft man was runter auf etwas, wo das Budget sehr effizient läuft, und ab da hat man eigentlich den Hebel in der Hand: Will ich lieber 100 Kunden bekommen, an denen verdiene ich vielleicht nur zwei Euro, oder sind mir lieber nur 20 Kunden, wo ich zehn Euro daran verdiene? Und was kann ich denn mit den Kunden danach machen? Habe ich irgendwie ein gutes E-Mail-Marketing, wo ich denen immer noch irgendwelche Cross-Sell-Sachen verkaufen kann, wo ich denen angrenzende Produkte verkaufen kann, Werbung machen kann, was auch immer. Also insofern, du siehst, es hängt von ganz, ganz vielen Sachen ab, je nachdem, was sozusagen die Ziele sind oder auch die Möglichkeiten dessen, was du dort vorhast.

Ja, ich sage mal, wenn du irgendwie einen Shop haben willst, von dem du lebst, ist auch wieder die Frage: Was ist die Marge am eigentlichen Produkt? Nehmen wir an, du willst irgendwie so 50.000 Euro Umsatz im Monat haben, und du hast vielleicht so einen 100-Euro-Warenkorb. Das heißt, dann brauchst du halt irgendwie 500 Transaktionen pro Monat. So, und dann musst du eben sehen, Conversion Rate bei Search, wenn es gut läuft, ist halt vielleicht ein, keine Ahnung, dann nehmen wir 5 Prozent, damit du dir nicht zu hohe Ziele setzt. So, und dann muss man eben sehen, okay, diesen einen Kanal erstmal dahin bringen, dass man eben diese 500 Transaktionen bekommt, und was die dann kosten, hängt dann wirklich ab vom Produkt. Wenn du halt Diamanten verkaufst, dann wird dich die Transaktion halt viel, viel mehr kosten, als wenn du irgendwelche lustigen Weihnachtsüberraschungsfiguren verkaufst. Also insofern, die Range ist relativ breit.

Ein Kanal zuerst, dann der Kundenwert im Shop

Insofern, ich würde vorschlagen: erstmal im Kern klar werden, ist das ein Produkt, was du über Search oder über Social vertreiben willst, sprich, ist es eher so, dass du ein Bedürfnis wecken musst oder eher ein Bedürfnis deckst? Und dann tauchst du erstmal nur in diesen einen Kanal ein und versuchst, dich darin erstmal gut zu etablieren, bevor du dich irgendwo anders hin machst. Und dann guckst du eben: Was kann ich eigentlich im Shop machen, um den Kundenwert jenseits von dieser Kundenakquise besser zu machen? Weil das eine, was ich immer machen kann, ist, mehr Kunden zum besseren Preis reinholen. Das ist die eigentliche Kundenakquise. Aber diese Kundenakquisitionskosten, die dort entstehen, die stehen ja immer gegenüber dem Kundenlebenswert. Und der Kundenlebenswert, der wird gemacht im Shop.

Und im Shop heißt, sprich: Du verkaufst vielleicht ein Kissen, und dann verkaufst du Bezüge, und dann hast du halt nochmal mehr Bezüge und noch lustigere Bezüge und antiallergische Bezüge und Bezüge für ein Kissen, das für einen Hund ist, oder whatever. Damit kannst du insgesamt dann mehr aus dem Bestandskunden machen, du bespielst sie immer gut mit E-Mails, du siehst, du kannst am Kunden viel, viel mehr verdienen, als du anfangs vermutet hast. Das spielt dann wiederum zurück in deinen Kundenakquisitionsbereich, wo du dann sagen kannst: Hey, puh, ich verdiene jetzt am Kunden im Durchschnitt fünf Euro mehr. Das heißt, komm, lass mich mal mehr in die Kundenakquisitionskosten stecken, davon, sagen wir mal, vier Euro stecke ich wieder in die Kundenakquisitionskosten. Dann kann ich mir wieder mehr leisten, dann kann ich wieder mehr Kunden reinholen. Das ist immer wie so eine Waage, wo die Gewichte hin und her schwappen, wo man immer wieder nachjustieren muss.

Insofern ist es, glaube ich, gut, am Anfang auf ein etabliertes Shopsystem zu setzen, sicherzustellen, dass man seine Analytics-Sachen dort gut implementiert hat, damit man eben alles messen kann und monitoren kann, und dann geht es so Stück für Stück voran. Das heißt, ich denke mal, wenn du so einen Kanal anfängst mit einem, keine Ahnung, ich gehe mal von irgendwas wirklich Durchschnittlichem aus, 100-Euro-Warenkorb, so, dann wirst du mit ein paar Zigtausend, denke ich mal, in drei bis sechs Monaten so ein erstes vernünftiges Set von Zahlen rausbekommen. So vielleicht, wenn du unbedingt eine über den Daumen gebrochene Regel haben willst. Aber das hängt im Wesentlichen wirklich von dem Warenkorb ab und was für eine Art Transaktionen dort gemacht werden. Ich hoffe, das hilft dir weiter, und dein Online-Shop geht gut ins Rennen.

Wie mache ich Online-Kindermarketing für einen Indoor-Freizeitpark und was ist anders als bei Erwachsenen?

Ein Dienstleister aus der Schweiz betreut einen Indoor-Freizeitpark mit großer Kletter- und Boulderhalle im Content- und Social-Media-Marketing. Wichtigste Zielgruppe sind Familien, in denen die Eltern die Freizeitentscheidung treffen. Dazu kommen Kinder unter 14, die mit Freunden kommen oder den Besuch bei den Eltern anregen. Das Tracking ist bei dieser Zielgruppe zu Recht eingeschränkt.

Danke für deine spannende Frage. Es ist klar so ein Thema. Also, ich bin selber Elternteil, und wenn ich so eine Frage höre, dann kriege ich auf jeden Fall erstmal ein gemischtes Gefühl und ein Geschmäckle, weil ich eigentlich gar nicht möchte, dass meine Kinder Ziel von Marketingkampagnen werden. Nichtsdestotrotz ist es natürlich etwas, was passiert, und es gibt Kindermarketing in jedem Fall. Insofern versuchen wir, uns der Thematik so sanft wie möglich und trotzdem so vorsichtig wie möglich zu nähern, sodass da für dich etwas Gutes gedanklich rauskommt und wir trotzdem die Kinder schützen, so wie sie es auch verdienen, geschützt zu werden.

Getrennte Bereiche für Eltern und Kinder

Ich glaube, ganz, ganz am Anfang würde ich erstmal schauen, weil das Tracking im Bereich Kinder eben eingeschränkt sein wird, und oft gut ist, dass es so ist, dass man gleich auf der Webseite das Ganze erst mal auch aufteilt von der Zielgruppenkommunikation, dass man wirklich fragt: Hier, bist du ein Elternteil, bist du ein Kind? Dass man dann eben sozusagen so getrennte Bereiche schafft, die eben für Kinder sind, und dann weiß man eben auch, wenn man woanders wirbt und der Einstieg passiert in den Kinderbereich, dass es dann eben ein Kind ist, dass man dann eben wirklich beim Tracken und bei allen möglichen Setzen von Reizen so vorsichtig und behutsam vorgeht, wie es der Sachverhalt gebietet.

Klar ist aber auch, dass Kids Medien nutzen, und teilweise so, wie es vorgesehen ist, also quasi mit Erlaubnis und Verständnis der Eltern. Aber mein Gefühl ist, wenn ich mir Teenager anschaue, dass die meisten Eltern eigentlich weder durchdringen wollen noch durchdringen, wie ihre Kinder Medien nutzen. Insofern ist das für mich ein großer Angst- und Sorgebereich, weil einfach die Eltern gar nicht medienmündig genug sind, um mit ihren Kindern die Mediennutzung geeignet zu steuern. Ich will da nicht zu tief rein, das ist nur meine persönliche Sicht der Dinge, die ich trotzdem an der Stelle kundtun möchte. Jeder, der Kinder hat, dem kann ich nur empfehlen, sich reichlich damit auseinanderzusetzen, wie die eigenen Kinder Medien konsumieren, wo da Schranken sind, wie man diese Schranken zusammen bestimmen und aussteuern kann, und was den Kindern guttut und was sie vielleicht sozial isoliert, wenn sie nicht darauf zugreifen können, und was sie vielleicht aber trotzdem mental schützt vor Gefahren, die lauern. Das war jetzt mal das Wort zum Sonntag vorneweg, der Disclaimer.

YouTube, Influencer und Social Media

So, also wo sehe ich, dass Kinder reichweitenstarke Medien nutzen? Ganz klar weit vorne: YouTube. Ich glaube, das ist eine extrem gute Anlaufstelle für das Thema, weil du ja eben ein Erlebnis bieten möchtest. Das heißt, da gibt es gutes Videomaterial, das kann man bestimmt gut bei YouTube bewerben. Was ich mir insbesondere anschauen würde, wäre YouTube für Kids. Da gibt es ja so eine getrennte App auch und auch einen getrennten Bereich. Das wäre, glaube ich, meine Nummer-eins-Anlaufstelle, weil da, glaube ich, der Content, der dort drin läuft, wirklich geschützt ist und wirklich gut für Kinder ist.

Genauso würde ich da eben nochmal schauen: das Thema Influencer. Also, es gibt sicherlich Influencer für Kids, die wären sicherlich eine spannende Plattform, um mit denen ins Gespräch zu kommen. Oder eben auch Eltern-Influencer gibt es ja auch reichlich, die verschiedenste Aktivitäten, die man mit den Kindern machen kann, oder Erziehungsthemen oder, oder, oder diskutieren. Die wären für mich auf jeden Fall auch eine Anlaufstelle. Und ich glaube, wenn man so einen Freizeitpark betreibt, dann geht es halt eben auch darum: Die Leute werden jetzt nicht überregional da hinkommen. Das heißt, die werden jetzt nicht Hunderte von Kilometern fahren, um da hinzugehen, sondern dann gibt es eben, glaube ich, Leute, die eben regionale Influencer sind, die eben Freizeit-Tipps in der Region deines Kunden machen und so. Die wären für mich auch auf jeden Fall eine Anlaufstelle.

Dann, was man gucken muss, ist eben all die Sachen, die Social Media sind, ganz klassisch, Instagram und TikTok seien da mal genannt, die wahrscheinlich eben bei der jungen Zielgruppe extrem populär sind. TikTok ist für mich ehrlich gesagt ein rotes Tuch. Ich glaube, das ist ein Instrument, was missbraucht wird von einer Institution, die dahintersteckt. Ich hoffe, ihr könnt mit euren Kindern eine Mediennutzung möglich machen, die TikTok wirklich in einen extrem geschützten Käfig bringt, in dem es sein sollte. Nichtsdestotrotz, junge Leute, Jugendliche gucken viel TikTok. Das heißt, es kann schon Sinn machen, dort präsent zu sein.

Was ich da empfehlen würde zu tun, ist, wirklich zu gucken, dass man eigene Coupon-Codes macht für den Bereich, der sozusagen Content bespielt, der vor allem auf Kinder ausgerichtet ist als Zielgruppe, und dass eben diese Coupon-Codes dann eben auch die Leute, wenn sie auf eurer Website sind, in den Bereich holen, wo es um Kids geht. Ich glaube, das ist das, was man da am ehesten machen kann und sollte, damit man das so ein bisschen voneinander trennen kann.

Kindgerechte Call-to-Actions

Was ist noch zu beachten? Der Content muss natürlich unterschiedlich sein, der muss altersgerecht sein. Ich muss eben gucken, ob ich für die verschiedenen Zielgruppen, die ich da anspreche, eben Content anbiete. Was ich auch machen würde, ist, dass der Call-to-Action wirklich auch ist, und das vielleicht auch eben vorspielen oder sichtbar machen, dass da eben Kinder auf Eltern zugehen und fragen: Hier, wäre das nicht was? Dass der Call-to-Action eben nicht ist: Hier, kauf einen Gutscheincode, sondern: Hier, sprich deine Eltern an, das ist eine nette E-Mail oder diese WhatsApp, die könntest du denen schreiben. Also dass vielleicht die Conversion-Elemente anders sind als bei den Eltern, die wahrscheinlich direkt in eine Buchungsengine gelockt werden, sondern dass man dann sagt: Hier, drei gute Gründe, die du deinen Eltern sagen kannst, damit sie dich hierher lassen, oder warum das hier Spaß machen würde, deinen Geburtstag hier zu feiern, oder warum das hier besonders familienfreundlich ist oder was du hier für coole Abenteuer mit deinen Freunden erleben kannst.

Und gleichzeitig: Wenn du mit deinen Freunden hier bist, guck mal hier, das fördert Teambuilding, da, da, da, da. Also so ein bisschen, dass man eben was aus dem Sachverhalt macht, den man versteht und sieht, dass die Kinder eben alleine kommen wollen und können, dass man trotzdem was daraus macht, was eben der Verantwortung gerecht wird, die man in dem Moment hat, dass man da eben in die Kinder-Eltern-Kommunikation fördernd mit einsteigt. Ja, das heißt, dass man eben auch sagt: Hier, wie kannst du deinen Eltern sagen, dass es hier sicher ist, sowas in der Richtung. So, und insofern, ich glaube, das ist ein Weg, den ich auf jeden Fall gehen würde.

Offline vor Ort: Flyer und Plakate

Was ich mir auch anschauen würde, immer wenn ich sowas mache, ist eigentlich alles, was ein bisschen offline geht, was dorthin geht, wo eben Schulen sind. Ja, du bist aus einem benachbarten Land. Ich bin mir sicher, dort gibt es auch solche Möglichkeiten, dass man bestimmte Postleitzahlbereiche relativ systematisch beflyert. Es gibt sicherlich auch die Möglichkeiten, Plakate sehr lokal zu schalten. Da könnte man jetzt überlegen, vor eine Schule zu gehen oder vor ein Gymnasium und immer wieder mit den Nachrichten sagen: Hier, unser Ding ist sicher, sprich mit deinen Eltern drüber, vielleicht ist da was Spannendes für dich, und das sind die Vorteile, wenn ihr zu uns kommt. Das kommt dabei raus. Ich hoffe, das hilft deinem Kunden und dir, und ihr könnt da verantwortungsvoll anfangen, Marketing in Richtung Kinder zu machen.